News & Rumors: 25. July 2012,

London 2012

LONDON.2012.PS3-STRiKE

Kaum ist die Europameisterschaft vorbei, schon steht ein neues sportliches Highlight vor der Tür: Die olympischen Sommerspiele in London. Passend dazu kommt auch dieses Jahr das offizielle Spiel von Sega, was nach Beijing 2008 noch einmal stark verbessert sein soll. Neben einer Move-Unterstützung werden dem Spieler auch 45 Disziplinen versprochen, was für ein großes Varieté spricht. Direkte Konkurrenz hat das Spiel von Summer Stars 2012, welches im April dieses Jahres erschienen ist. Den Test könnt ihr hier nachlesen. Ob das Spiel sich im Gegensatz zu Bejing 2008 verbessert, ob es Summer Stars 2012 das Wasser reichen kann und ob sich ein Kauf lohnt, erfahren sie in unserem Test.

Beeindruckende Zahlen

Es gibt 45 Disziplinen mit Sportlern aus 36 verschiedenen Nationen, die über den gesamten Globus verteilt sind. Dazu gibt es ein paar Statistiken wie die Medaillenanzahl oder wann die erste Teilnahme war. Das liest sich nicht nur sehr schön, man kann dabei auch einiges lernen. Leider gibt es keine offiziellen Lizenznamen, was dem Spiel noch mehr Stimmung gebracht hätte. Die Namen der Teams lassen sich aber ändern und so sollte man, zumindest für seine eigene Nation, diese Funktion auch nutzen. Ebenfalls Gesichts und Haarfarbe lassen sich individuell bearbeiten, was aber nur sehr begrenzt möglich ist. Insgesamt gibt es so für jede Nation 16 weibliche und 32 männliche Sportler. Aufgrund von gleichen Männer und Frauen-Disziplinen und einigen Ähnlichkeiten zum Beispiel beim Schwimmen, kann man von ca. 20-25 wirklich verschiedenen Disziplinen reden. Dies ist zwar ebenfalls eine große Auswahl, man hat sich aber einfach mehr erhofft. Mehr dazu bei den einzelnen Disziplinen.

Wie geht das jetzt gleich?

Vor jeder Disziplin kann man eine “Einführung” wählen. Dies ist ein Tutorial, was euch die Abläufe der Disziplin genau vorstellt, euch erklärt welche Winkel die Besten sind und wichtige Hinweise. Macht man während eines Wettkampfes etwas falsch, werden einem im rechten Bildschirmrand hilfreiche Tipps eingeblendet. Insgesamt gute Optionen für einen schnellen und leichten Einstieg.

Die olympischen Spiele: Go for Gold!

Das große Highlight des Spiels sind natürlich die olympischen Spiele. Daher fällt auch die Wahl des Schwierigkeitsgrades zu Beginn schwer, auch wenn dies vereinfacht wird: Der schwere Schwierigkeitsgrad schaltet sich erst nach Abschluss der olympischen Spiele auf Mittel frei. Die Auswahl des Schwierigkeitsgrades hat aber nicht nur Einfluss auf die Stärke der CPU-Gegner, sondern auch auf die Länge der Spiele. So hat man auf dem leichten Schwierigkeitsgrad gerade einmal 12 Spiele vor sich, während man auf dem schweren ganze 28 zu bewältigen hat. Auf dem normalen sind es 20. Doch auch bei einer schweren Karriere kommen nicht alle Disziplinen vor, was sehr schade ist. Nach einer eindrucks- und stimmungsvollen Anfangspräsentation, kann man sich zwei von sechs Disziplinen aussuchen. Das Prinzip funktioniert so: Es gibt 6 (10, 14) Tage, bei denen jeweils 2 Disziplinen abgehalten werden. Dies unterscheidet sich dann noch in Qualifikation und Finale, welches in einem Tagesablauf mit Uhrzeiten vermerkt wird. Auf mein erstes Finale folgte ein 3. Platz, was ein ehr schönes Gefühl war. Sogar die Nationalhymne vom Sieger wurde gespielt, wo auf jeden Fall Emotionen herüber gekommen sind. Als ich dann aber selbst ganz oben auf dem Siegertreppchen stand, waren die Gefühle überwältigend. Zudem sind alle Nationalhymnen aller 36 Nationen implementiert, was einen weiteren Plsupunkt gibt Insgesamt ist dies sehr, sehr schön umgesetzt wurden und trifft genau das, was Olympia so ausmacht. Man hat nämlich auch keine bzw. sehr stark begrenzte Neustarts. Versaut man also eine Disziplin, hat man verloren und kann dies nicht mehr rückgängig machen. Für Siege gibt es manchmal sogennante “Neustarttickets”, welche man einsetzen kann. Es kann zwar teilweise sehr frustrierend ohne Neustarts sein, aber hey: So läuft Olympia eben. Das Outtro nach den olympischen Spielen ist ebenfalls schön gemacht und motiviert dazu, direkt wieder eine Karriere zu starten.

Die einzelnen Disziplinen im Fokus

Insgesamt gibt es Sportarten aus acht verschiedenen Kategorien. Wie bereits vorher erwähnt lassen sich viele zusammenfassen, da sie sich sehr ähneln oder gar komplett gleich sind (Männer, Frauen). Wie die Spielrpinzipe aussehen und wie gut es sich steuern lässt, könnt ihr jetzt hier nachlesen:

Bogenschießen: Ob im Einzel oder im Team: Hier gilt höchste Konzentration. Wer aber jetzt denkt, er muss einfach in die Mitte der Scheibe zielen, der irrt sich gewaltig. Das Spielprinzip ist simpel, aber gut: Man muss Winde aus den verschiedensten Richtungen und unterschiedlicher Stärke mit in die Flugbahn einrechnen. Nach einiger Zeit sollte man den Dreh ungefähr raushaben, was trotzdem keine Garantie für volle Punktzahl ist, denn auch während des Fluges kann sich die Windlaufbahn verändern.

Bahn: Hier gibt es 100m/200m/400m Läufe sowie 110m Hürden. Das Ziel ist der Weg. Der Weg ist der Start. Der Start ist der Schlüssel zum Erfolg. Neben diesem muss man sich aber auch vollends konzentrieren, denn das “X-Gehämmere” ist Geschichte. Man muss nämlich nicht so schnell wie möglich X drücken, sondern es gleichmäßig im oberen Bereich eines Balkens halten. Hier gilt also geschick, statt Kraft, denn schon kleine Abweichungen können die Niederlage besiegeln. Beim 400m Lauf kommt noch ein Ausdauerbalken hinzu, den man einsetzen kann und sollte. Diese lädt sich während des Rennens immer wieder auf und man kann sie zu kurzen Sprints nutzen. Beim Hürdenlauf muss man mit dem linken Stick im richtigen Moment über einige Hürden springen. Dies erfordert fast Multitaskingfähigkeiten, da gleichzeitig der Balken im oberen Bereich gehalten werden muss. Anspruchsvoller, aber keineswegs schlechter.

Feld: Diskuswerfen, Kugelstoßen, Speerwerfen: Alle haben das gleiche Prinzip. Neben dem richtigen Anlauf bzw. Vorbereitungen braucht man noch das richtige Timing zum Abwurf und den richtigen Winkel, welcher von Disziplin zu Disziplin unterschiedlich ist. Ebenfalls Weit-, Drei und Hochsprung sind ähnlich aufgebaut. Wie bei den Bahndisziplinen anlaufen, im richtigen Moment springen und dabei den richtigen Winkel treffen. Klingt einfacher, als es im Endeffekt ist, weswegen auch diese Disziplinen höchste Konzentration erfordern und der kleinste Fehler den gesamten Sprung zerstören kann. Beim Hochsprung muss man dazu sogar noch die Beine im richtigen Moment lösen, so dass man die Stange nicht herunterreißt.

Schwimmsport: Auf den ersten Blick denkt man sich: Wow, sind das viele Disziplinen. Mit insgesamt zehn Stück ist es auch eine beachtliche Menge, wovon jedoch alleine die Hälfte Männer / Frauen Disziplinen sind. Es gibt 50m (1 Bahn) und 100m (2 Bahnen). Bei den 100m Läufen muss man sich zur Hälfte des Rennens wieder vom Beckenrand abstoßen und dabei seinen Rhytmus unterbrechen. Durch eine zufällige Taste, die gedrückt werden muss, hat man nur eine kurze Reaktionszeit, um richtig zu handeln. Ansonsten haben Freistil und Rücken sowie Brust und Schmetterling jeweils die gleiche Technik. Bei den ersten Beiden muss man den linken und rechten Stick abwechselnd, bei den letzten Beiden gleichzeitig benutzen. Dies muss man genau koordinieren, denn hier zählt, wie bereits angedeutet, ein guter und gleichmäßiger Rhythmus. Insgesamt aber zu wenig Abwechslung für eine so große Anzahl an Disziplinen.

Kunst- und Turmspringen: 3m Kunst und 10m Turmspringen unterscheiden sich nur von der Zeit, die man bis zum Einschlag hat sowie durch unterschiedliche Sprünge. Man muss zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Anweisungen befolgen, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Aber auch die Landung ist entscheidend, für welche man den Springer blitzschnell in die richtige Haltung bringen muss. Trifft man aber alles perfekt, was sehr selten vorkommt, muss man auch hier nicht mehr eingreifen. Es gibt aber viele verschiedene Sprünge, wodurch sich die Abläufe stetig ändern und man andere Tasten drücken muss. Je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger. Dazu gibt es noch Synchronisationsspringen von 3m und 10m, welche sich nicht von den normalen unterscheiden, nur dass man zu Zweit springt. Daher kommt auch noch die Synchronisation mit in den Bewertungsablauf. Verhauen es also beide genau gleich, kann man trotzdem noch ein relativ akzeptables Ergebnis erzielen.

Schießen: Wer jetzt denkt, wir sind schon wieder beim Bogenschießen, der liegt falsch. Denn auch die Disziplinen 25m Schnellfeuerpistole und das Skeetschießen sind olympisch. Bei der Schnellfeuerpistole muss man 5 Zielscheiben, die nebeneinander liegen, abschießen. Die Bewertung hierbei ist genau wie beim Bogenschießen, das Bullseye gibt Zehn, jeder Ring weiter außen einen Punkt weniger. Dafür hat man zu Beginn 8 Sekundne Zeit, was einem im Nachhinein wie eine Ewigkeit vorkommt. In den insgesamt sechs Runden verkürzt sich die Zeit aber immer mehr, bis man am Ende bei 4 Sekunden angelangt ist (8,6,6,4,4,4). Hierbei ist nicht nur Geschick, sondern vielmehr Nerven gefragt. Wer hier nervös wird, hat keine Chance. Nun aber zum Skeetschießen. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Es ist genau wie Tontaubenschießen. Es kommen “Frisbees”, die man mit einem einzigen Schuss abschießen kann. Entweder kommen diese einzeln oder auch zwei in einer Runde, was vorher aber angegeben ist. In insgesamt acht Stationen muss man also möglichst alle 25 Scheiben abschießen, was in dem engen Zeitfenster, was gegeben ist, mehr eine Übungssache ist.

Turnsport: Dies unterscheidet sich nur in zwei Disziplinen: Dem Trampolinspringen und dem Sprung (über einen Bock). Ähnlich dem Turmspringen muss erst einmal eine Kür gewählt werden, die je nach Schwierigkeitsgrad einen höheren Faktor (Multiplikator) bringt. Beim Trampolinspringen besteht ein Sprung immer aus acht Elementen, die aus verschiedenen Phasen bestehen, je nach Faktor. Diese muss man dann koordiniert zum richtigen Zeitpunkt machen. Man hat ein Zeitlimit, sollte sich aber keinen Druck machen. Schafft man etwas nicht, kann man es auch im nächsten Schwung versuchen, da es sich nur sehr gering auf die Bewertung ausmacht. Trotzdem sollte man alle Elemente in der vorgegebenen Zeit schaffen. Doch die Zeit tickt unerbitterlich… Aber keine Sorge: Der Athlet holt automatisch Schwung, darum muss man sich also nicht kümmern. Der Sprung hingegen ist eine Kombination aus Weitsprung und Turmspringen. Anlaufen, Geschwindigkeit halten, auf einen Bock springen, den Trick ausführen und schön Landen. Dies macht viel mehr Spaß, als dass es klingt.

Andere Sportarten: Ein paar einzelne Disziplinen gibt es auch noch. Neben Fahrrad-Fahren (Keirin), was dem Eisschnellauf im Wintersport ähnelt, Kajak durch einen Parkour oder Kanu über 1000m, über Tischtennis und Volleyball bis hin zum Gewicht heben: Hier ist der ganze Rest vertreten. Alles kann Spaß machen, ist bei der Breite der Disziplinen aber natürlich nicht perfekt gemacht. Trotzdem kann man nicht meckern, da sie eine gelungene Abwechslung sind. Besonders das Kajak-Fahren hat es mir sehr angetan.

Andere Spielmodi

Zum einen gibt es den Disziplinsmodus, bei welchem man mit bis zu vier Mann spielen kann. Dabei kann man auch Spielelisten erstellen und so kleine Olympias für sich und seine Freunde erstellen. Klingt in der Theorie alles super, die Praxis hat dagegen aber etwas einzuwenden. Man kann nämlich nur maximal acht Disziplinen mit in die Spieleliste nehmen, was sehr sehr schade ist.Der Partymodus hingegen ist schon mehr auf Mehrspieler ausgelegt, man könnte fast sagen nur für Mehrspieler. Er bietet acht Herausforderungen, sowie einzelne Disziplinen für 2-4 Spieler. Neben richtigen gibt es aber auch modifizierte Disziplinen, welche das Ganze als “Spiel” darstellen. Hier gibt es zum Beispiel “Bogenblitz”, wo man in verschiedenen Zeiträumen im verschnellten Tempo möglichst viele Treffer erzielen muss. Zur Veranschaulichung: Man schießt alle 1-2 Sekunden einen Pfeil los. Oder “Speerdarts”, wo man mit dem Speer bestimmte Punkte auf dem Rasen anvisieren muss, die wie beim Bogenschießen je nach Präzision bewertet werden. Neben Kajakfahren mit beweglichen Toren, gibt es noch den “Skeet-Angriff”, in welchem man drei Leben hat und diese verteidigen muss. Es kommen nämlich fliegende Scheiben auf einen zu, die man zerstören muss, bevor sie einen selbst zerstören. Also: Treffen oder getroffen werden. Diese Spiele bringen neben gutem Spaß auch Abwechslung mit sich. Als Kritik muss man aber die geringe Auswahl an diesen besonderen Spielen anmerken, die gerne hätte größer ausfallen dürfen. Die Herausforderungen sind dann eine Mischung aus normalen und modifizierten Disziplinen, wobei man immer eine bestimmte Anzahl an Sternen braucht, um die nächste Herausforderung freizuschalten. Es gibt aber keine Herausforderungen für Einzelspieler, wie man es vielleicht noch von Vancouver 2010 kennt. Dies kann den normalen Spieler ziemlich reizen, da da auf keinen Fall geschadet hätte. Vielleicht wieder in zwei Jahren. Trotzdem sind die Herausforderung interessant, man kämpft nämlich zusammen für einen Highscore, um eben Sterne zu sammeln, aber intern auch gegeneinander. Kommen wir aber nun zum Online-Modus. Hier erst einmal ein großes Lob an SEGA dafür, dass es keinen Online-Pass gibt. Dementsprechend ist online auch viel los, was sich auch in der Anzahl der Spieler in den Bestenlisten wiederspiegelt. Man kann sein Land online repräsentieren und sich auch anschauen, wie das Land im Ländervergleich so darsteht. Neben einzelnen Disziplinen gibt es auch im Online-Modus Turniere, in welchen man sich mit bis zu acht Spielern aus aller Welt messen kann. Schade ist nur, dass man selbst keine Lobby erstellen kann. Gegen echte Spieler kommt aber erst der wahre Olympia-Gedanke zum Vorschein und es gibt nochmal einen extra Nerven-Kitzel. Doch auch hier sind maximal fünf Disziplinen zu wenig für richtige Turniere.

Gameplay

Wie die Disziplinen im einzelnen funktionieren, habe ich ja breits beschrieben. Die Steuerung ist auf jeden Fall relativ simpel gestrickt, was aber keineswegs negativ gemeint ist. Es ist nämlich weitaus anspruchsvoller als bei Vorgängern, wo wildes Gedrücke noch den Ton angegeben hat. Man sollte sich auch mit fast allem direkt zurechtfinden, ediglich einzelne wie Kanu, Tischtennis oder Volleyball benötigen etwas Übung. Demnach sehe ich eine deutliche Steigerung im Gameplay zu anderen Olympia-Ablegern, denn genau so soll es auch sein. Da das Spiel aber auch eine Move-Unterstützung hat, wie man dem Cover ablesen kann, habe ich mich als begeisteter Move-Spieler auch darauf gefreut, nachdem mir die Umsetzung bei Summer Stars 2012 sehr gut gefallen hat. Also starte ich meine Playstation mit dem Move-Controller, gehe ins Spiel und komme dort direkt nicht weiter. Man kann den Anfangsbildschirm mit Start nicht wegdrücken. Demnach braucht man zum Spielen mit Move auf jeden Fall auch einen normalen Controller. Dann direkt die nächste Enttäuschung: Man kann damit keine Olympiade spielen, es ist lediglich im Partymodus nutzbar. Dieser ist auch noch parallel zu dem normalen angelegt. Das heißt im Klartext: Schaffe ich Herausforderung 1-4 mit Move-Controllern, kann ich mit dem normalen Controller nicht Herausforderung 5 machen. Will ich diese Herausforderungen überhaupt spielen: Richtig! Dies geht nur mit zwei Move-Controllern. Also bleiben mir nur die einzelnen Disziplinen und siehe da: Auch diese sind sehr begrenzt. Damit man sich ein Bild von dem machen kann, was mit Move spielbar ist, zähle ich alle Disziplinen kurz auf: Bogenschießen (Einzel), Bogenblitz, 25m Schnellfeuerpistole, Kajakslalom, Kajaksupersprint, Keirin, Keirin-Kampf, Skeetschießen, Skeet-Angriff, Tischtennis und 100m Lauf der Herren. Also gerade einmal zwölf spielbare Disziplinen, was im Gegensatz zu den richtigen 45 natürlich nur ein Bruchteil ist. Dies ist alles sehr schade und lohnt alleine überhaupt nicht. Mit Freunden kann es, sofern die nötigen Ressourcen vorhanden sind, kurzzeitigen Spaß machen. Die Umsetzung funktioniert mal gut (Schieß-Übungen), mal weniger gut (Kajak, Keirin). Insgesamt ist es aber noch befriedrigend. Trotzdem ist es bedauernswert, denn hier steckt viel mehr Potential drinnen. Es ist alles nur halbherzig implementiert und nicht richtig ausgereift. So ziemlich genau das Gegenteil, was dem Spieler mit dem normalem Controller erwartet.

Sonstiges

Da es noch viele Kleinigkeiten gibt, die ich anmerken möchte, gibt es diesen Extra-Unterpunkt. Die 3D-Funktion im Spiel ist ein sehr nettes Feature. Auch wenn wir aufgrund fehlender Möglichkeiten das Spiel nicht selbst in 3D testen konnten, so hört man davon nur Positives, was wir mehrfach bestätigt bekommen haben. Die bereits erwähnten Bestenlisten gibt es zu jeder Disziplin von Herren und Frauen. Hier sind gute Vergleiche aufgrund tausender Eintragungen möglich. Doch auch seine eigenen Bestleistungen kann man sich jederzeit offline anschauen. Die echten Welt- und olympischen Rekorde sind ebenfalls implementiert und werden bei Erreichen auch ausgiebig gefeiert. Seinen Spielfortschritt kann man auch jederzeit anschauen: Wo kann ich noch was verbessern oder erledigen? Es gibt verschiedene goldene Ausrüstungen und Outfits freizuschalten, was natürlich auch noch einmal ein besonderen Anreiz darstellt. Was mir auch noch sehr gut gefällt und nicht immer selbstverständlich ist, sind geteilte Plätze bei Punkt-/Zeitgleichheit. Die Trophäen im Spiel sind aber schwer zu erreichen, wobei auch nicht unmöglich. Doch für jeden Trophäenjäger kann ich sprechen und sagen: Die Marathontrophäe hätte man wirklich rauslassen können. Zudem hängt sich das Spiel gelegentlich auf, was vor allem bei Schwimmdisziplinen vorkommt.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Die Grafik ist auf jeden Fall mehr als angemessen und auch sonst macht das Spiel einen guten Eindruck. Für dieses Genre hat das Spiel auf jeden Fall eine überdurchschnittliche Grafik, was sich an vielen Stellen zeigt. Beispielsweise das Wasser sieht einfach nur atemberaubend aus. Auch wenn die Charaktere individuell nicht das Gelbe vom Ei sind und auch ein paar Kanten aufwerfen, so sieht das Setting wunderschön aus. An den verschiedensten Orten und Schauplätzen kommt eine wundervolle Atmosphäre herüber, die sich auch im Intro und Outtro vom Spiel wiederspiegeln. Insgesamt ist die Stimmung wie bei einer echten Olympiade, was für ein Spiel wirklich außergewöhnlich ist. Der Soundtrack kommt alles in allem auch gut zur Geltung. Was deutsche Fans eventuell ein bißchen ärgern wird, ist, dass es keine deutschen Kommentatoren gibt und auch keine deutschen Untertitel für den englischen. Dies ist vor Allem für Kinder oder Leute, die kein englisch können sehr schade. Alle anderen wird es aber freuen, denn der englische Kommentator ist nicht nur sehr gut, sondern auch unglaublich authentisch. Ich persönlich möchte diesen nicht missen, denn er bringt auch eine tolle Atmosphäre herüber. Es gibt auch Ansagen, wer gerade in Führung liegt oder andere Kleinigkeiten während des Rennens, die sehr passend und sinnvoll sind. Was noch sehr außergewöhnlich ist, sind die schnellen Ladezeiten. Diese dauern lediglich ein paar Sekunden und werden auch nicht nervig. Einen kleinen Makel gibt es trotzdem: Wenn er keine Verbindung zu den Bestenlisten herstellen kann, dauert es nach jedem Wettkampf ewig, bis es weitergeht. Dies war bei mir der Fall, als meine Verbindung eigentlich hergestellt war, weswegen dies sehr verwunderlich ist. Wenn es aber immer so lange dauert, wenn man keine Verbindung besitzt, kann es sehr schnell nervig werden. Es könnte sich aber auch nur um einen kleinen Ausfall der Online-Server im Spiel gehandelt haben.

Fazit

Ich bin überrascht. Wirklich überrascht. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass das Spiel soviel Spaß macht. Die Olympiaden sind toll gemacht und bringen viel Stimmung und Atmosphäre mit sich. Durch den Druck, der auf einem lastet, kommt ein richtiger Wettbewerb zu stande, der an Spannung und Emotion kaum zu überbieten ist. Auch wenn fehlende Neustarts eigentlich negativ sein sollten, so ist es genau das richtige für Olympia. Kurze Ladezeiten, ein gutes Gameplay, was sehr leicht von der Hand geht und eine große Breite an Disziplinen. Auch wenn die 45 versprochenen Disziplinen im Endeffekt zwischen 20 und 30 schwanken, so ist es trotzdem eine enorme Anzahl. Auch wenn es unverschämt klingen mag, so hätte man aber auch direkt noch mehr anbieten können. Stabhochsprung, Handball, Tennis: Es gibt noch so viele Disziplinen, die auch olympisch sind. So hat man aber definitiv viel Zeit bis 2014, wo die olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien) stattfinden werden. Der Online-Modus ohne Online-Pass ist ebenfalls gelungen und zieht viele Spieler an. Aufgrund von Bestenlisten und freischaltbaren Gegenständen hat man immer wieder Motivation, weiterzuspielen und alles zu erreichen. Demnach bietet das Spiel auch gute 20-30 Stunden Spielspaß, was vor allem im Mehrspielermodus noch mehr sein könnte. Denn der Partymodus, der für Mehrspieler ausgelegt ist, geht super von der Hand. Ein dickes Makel sind allerdings die fehlenden Einzelspieler-Herausforderungen, die ansonsten immer sehr viel Spaß gemacht haben. Das Gameplay ist wie bereits beschrieben simpel und trotzdem anspruchsvoll, also perfekt von jung bis alt. Doch auf alles positive muss auch etwas Negatives kommen. Mit Move-Controller kann man nur sehr wenige Disziplinen spielen, keine eigene Karriere machen und für Herausforderungen braucht man auch hier wieder zwei Controller. Insgesamt betrachtet wären beide Seiten, Entwickler und Spieler, besser bedient gewesen, wenn man es einfach rausgelassen hätte. Wer also ein gutes Move-Spiel dieses Genres sucht, der ist mit Summer Stars 2012 deutlich besser beraten.Dieses hier orientiert sich eher an den normalen Controller und dies auch richtig gut. Spaß für die ganze Familie, für Partys oder für Kinder: Hier sind alle Generationen vertreten. Auch die normalen Spieler werden sich hier schnell anfreunden, auch wenn diese aufgrund fehlender Herausforderungen und einer vermeintlich kurzen Karriere eventuell kurzzeitiger befriedigt werden. Insgesamt ist es aber das momentan beste Spiel seines Genres und jeder Fan von Olympia kann bedingungslos zuschlagen. Es ist deine persönliche Olympiade fürs Wohnzimmer!

[gameinfo title=”Game Info” game_name=”London 2012″ developers=”SEGA” publishers=”SEGA” platforms=”PS 3″ genres=”Sport” release_date=”29.06.2012″]



London 2012
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