Kommentar: 7. August 2012,

127.000 SEOs und immer dieselben Fehler: Von Traffic, Nischen und Erfolg

Wenn Suchmaschinenoptimierer regelmäßig von Nischen, Traffic und Erfolg sprechen – am Ende des Tages noch von Geld verdienen -, dann machen die meisten davon “in meinen Augen” immer den gleichen Fehler.

Ich möchte einen neuen Beitrag von Timo Kühne auf TrafficRoyal zum Anlass nehmen, ein Statement zu formulieren, und mich und meine Position zu erklären. Ich glaube nicht, dass die Nische das Huhn ist, dass Traffic notwendigerweise das Ei des Erfolges, und SEOs sich immer bewusst sind, wie ihre Beiträge auf Fachfremde wirken.

Als Anfang der 1990er das Internet öffentlichkeitswirksamer wurde, um nicht zu sagen “flügge”, war es für viele ein Hobby, Webseiten zu erstellen. Einige machten ihr Hobby zum Beruf und wurden Webdesigner. Manche hätten dies besser nicht getan.

Mit der Einführung von Suchmaschinen und deren Rankingfaktoren fingen Leute an, sich ein neues Hobby zu suchen: die Optimierung von Webseiten, damit diese in den Suchmaschinen besser gefunden werden. Es gibt in diesem Metier wieder Leute, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, und das besser nicht getan hätten. Damit möchte ich Timo Kühne ausdrücklich ausnehmen, da ich bis auf diesen einen Beitrag noch überhaupt nichts von ihm gelesen habe und gar nicht beurteilen kann, ob er der prototypische Suchmaschinenoptimierer ist oder nicht.

Mehr Traffic = mehr Umsatz?

Timo schreibt, dass Webseiten-Betreiber zusehen sollten, mehr Traffic zu erzeugen, damit sie mehr Umsatz generieren. Er erklärt zunächst richtigerweise, dass es gänzlich ohne Besucher nicht möglich ist überhaupt Geld mit einer Webseite zu verdienen.
Schon an dieser Stelle könnte man eine Diskussion anfangen: Was genau bedeutet Besucher? Immerhin kann man ab dem ersten Besucher Geld verdienen im Internet. Je nachdem welches Geschäftsmodell man verfolgt, benötigt man gar nicht viele Besucher, um sein Vorhaben zu monetarisieren.

Bedeutet mehr Traffic in jedem Fall mehr Umsatz? Nein. Es kommt auf das Geschäftsmodell an, das man zugrunde legt. Gehen wir beispielhaft von einer gewöhnlichen Webseite aus, für die der Webseiten-Betreiber Inhalte produziert und Lesern zur Verfügung stellt. In diesem Kontext wird der Betreiber versuchen, seine Inhalte in der Form zu Geld zu machen, dass er über Werbung Einnahmen zu erzielen versucht. Gerade in diesem Fall kann man anhand der Auswertung seiner Besucherstatistiken und der Werbeeinnahmen relativ schnell feststellen, dass es keine eindeutige Zuordnung zwischen Traffic und Umsatz gibt. Es gibt Tage, an denen hat man vielleicht 5000 Besucher und erwirtschaftet dabei 50€. Es gibt indes Tage, an denen hat man 10 000 Besucher und unterm Strich nur 25€ Werbeeinnahmen. Das sind zugegeben fiktive Zahlen, doch im Konkreten könnte ich sie anhand unserer Besucherstatistiken und den an den jeweiligen Tagen erzielten Werbeeinnahmen prima belegen. Es ist also eine irrige Annahme, dass mehr Traffic immer gleichbedeutend sei mit mehr Umsatz.

Werbung ist nicht kontrollierbar

Speziell bei Werbung neben oder zwischen dem Content kommt es heutzutage nicht nur darauf an, dass man sie hat. Mit AdSense gibt es z. B. eine kontextsensitive Form von Banner-Werbung für Webseiten, die sehr beliebt ist und von vielen eingesetzt wird. Während vor ein paar Jahren die Verhältnisse relativ eindeutig waren, dass man Inhalte produzierte und gleichzeitig themenrelevante Werbung eingeblendet bekam, so kommt es heute mehr denn je auf den Leser und sein Surfverhalten an.

Remarketing

Ein Fall, den jeder selbst überprüfen kann, ist der Kauf in einem Onlineshop wie Amazon. Schließt man diesen nicht ab, und besucht danach thematisch völlig fremde Webseiten, kann es einem passieren, dass man Werbung für Turnschuhe auf einer Webseite für klassische Musik angezeigt bekommt, oder die Bohrmaschine auf einer Webseite für Lyrik. Da kann der Content-Anbieter die AdSense-Tags im Quellcode um seinen Text herum drapiert haben, und es nützt dennoch nichts.
Manche Nutzer werden so an ihren Kauf erinnert, klicken auf die Anzeige. Andere hingegen sind von der ständig wiederkehrenden Werbung genervt und unterlassen es. In letzterem Fall würde das für den Webseiten-Betreiber bedeuten, dass er keine Einnahmen erzielt.

Ad-Blocker

Nicht vergessen sollte man außerdem diejenigen Surfer, die einen Ad-Blocker verwenden. Je nachdem, zu welchem Thema man Inhalte produziert, gibt es eine erhöhte Anzahl von Nutzern, die solche Werbeblocker verwenden. Kommt der Inhalt in ebenjener Gruppe besonders gut an, kann es sein, dass man zwar viele Besucher mit dem Inhalt anlockt, aber unter dem Strich aus diesem Grund nicht mehr Einnahmen erzielt.

Mehr Traffic = mehr Erfolg?

Über Werbung ließe sich noch viel ausführlicher schreiben, doch kommen wir zurück zum Beitrag von Timo Kühne. Er behauptet, dass derjenige, der erfolgreich sein will, mehr Traffic benötigt. Ich halte dagegen, Erfolg kann man am Traffic nicht messen. Es gibt Webseiten, die ich lange Zeit nicht kannte, die ich vielleicht heute nicht wieder besuche, die aber mit dem Grimme Online-Award ausgezeichnet worden sind. Man könnte meinen, diese Webseiten seien erfolgreich… Hat das aber notwendigerweise mit Traffic zu tun? Meiner Meinung nach nicht.
Stellen wir uns eine weitere Webseite vor, eine die bei uns WordPress-Bloggern täglich im Spamfilter landet. So eine Webseite meine ich, die mit technischen Möglichkeiten die Inhalte anderer kopiert, sie unter einer neuen Domain als die eigenen ausgibt, und mithilfe von SEO versucht, möglichst weit vorne in den Suchergebnissen zu landen. Wenn es ganz dumm läuft, dann wird diese künstlich produzierte Webseite für einen gewissen Zeitraum sogar mehr Besucher haben als das Original. Ist sie deshalb aber erfolgreicher? Ich denke nicht.

Die Nische gottverdummich…

“Du brauchst also eine Webseite und mehr Traffic”, notiert Timo Kühne. Nein, ich brauche keine Webseite und mehr Traffic, sondern ich benötige eine Geschäftsidee. Ich brauche zuallererst ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetzen kann, über das ich schreiben, Filme drehen, Podcasts produzieren, oder in sonst irgendeiner Form Inhalte produzieren kann. Eventuell benötige ich auch Waren, wenn ich einen Onlineshop betreiben möchte.

“Als erstes muss natürlich klar sein, in welcher Nische man tätig sein möchte. Am besten wäre eine Nische mit wenig Konkurrenz. Zudem sollte sie auch noch lukrativ sein.”
Timo Kühne

Je mehr ich von dem Zitat gelesen habe, desto größer wurde mein gedanklicher Widerstand. Am Anfang dachte ich noch, warum denn eine Nische? 127.000 SEOs haben bereits darüber geschrieben, dass man sich eine Nische suchen soll, damit man darin erfolgreich sein kann. Nur wer verbietet es mir, im Mainstream erfolgreich zu sein? Richtig, niemand. Deshalb stört es mich gewaltig, wenn SEOs immer und immer wieder von Nischen schreiben.
Doch die folgenden Sätze bekräftigen nur diese artifizielle Perspektive auf die Sache und blenden die Realität aus, die Realität, mit der Otto Normal, der Webseiten-Betreiber, jedoch auskommen muss. Gleich weiter, davor aber noch ein Satz von Timo Kühne:

“Als Erstes sollte man eine Keyword Recherche mithilfe des Google Keyword Adwords Tool, Market Samurai, SECockpit oder der Sistrix Toolbox durchführen.”
Timo Kühne

Der Gedanke, den Timo Kühne dem Leser mitteilt, wird immer künstlicher. Denn auf der Suche nach der richtigen Nische sollen einem also SEO-Tools helfen. Man sucht sich Keywords, zu denen es nicht so viele Inhalte in den Suchmaschinen gibt, pickt sich dann die Rosinen in der Form raus, dass man ein Thema nimmt, das besonders hohe Werbepreise erzielt. Wie einfach es doch ist, reich zu werden im Internet?!

Timo Kühne war es aber auch, der seinen Text damit begann, dass er aufräumen wollte mit einem Vorurteil. Ich behaupte, er merkt nicht, wie er genau dieses Vorurteil weiter pflegt, indem er solche Beiträge schreibt.

Der Grund, warum Leute enttäuscht sind von SEOs, die ihnen versprechen, im Internet könne man Geld verdienen, ist, dass sie auf der Suche nach ihrem Heil dann auf solche Einträge wie den von Kühne stoßen: “Mehr Traffic bedeutet unmittelbar mehr Umsatz und Erfolg“.

Einträge wie dieser, und Beiträge, wie sie SEOs ständig formulieren, gehen an dem Vermögen derer, die nach Möglichkeiten suchen, sich selbständig zu machen, total vorbei.

Das ist dann nämlich der Grund, warum es nicht so “fluppt” und eben nicht zum Erfolg führt. Otto Normal kann nicht einfach “irgendeine Nische” suchen, schrottigen Content produzieren und erfolgreich sein. Und natürlich verlässt die meisten dann irgendwann die Lust, eben weil sie nicht erfolgreich sind. Solche Projekte sind – wenn Otto Normal nicht selbst ein SEO ist – sehr sehr oft zum Scheitern verurteilt.

Ich behaupte wohlgemerkt nicht, dass SEOs mit ihren Strategien keinen Erfolg haben können. Ich kenne Leute, die kaufen Webseiten, vor allem solche mit einer Community, oder Foren, wenn sie das nötige Kleingeld haben. Manche in dem Sektor haben klein angefangen, ein bisschen wie bei Immobilien-Maklern ist das dann. Da kenne ich Personen, die mit Nischen wie Altenpflege, Familiengründung oder Autozubehör und Lebensversicherungen schon versucht haben Geld zu verdienen. Nur selten hatten die Betroffenen tatsächlich Ahnung von den Inhalten. Wenn man Content hat, den die User liefern, bei Foren beispielsweise, dann braucht man keinen Content von außen einkaufen.

Solche Leute sind Unternehmer, Webseiten-Unternehmer, und SEOs, die ihren Strategien folgen, sind es ebenfalls. Nicht jeder kann Unternehmer sein, und nicht jeder kann auf diese artifizielle Art und Weise Webseiten führen und optimieren. Beiträge, die das aber suggerieren, die gehen nicht auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse derjenigen ein, die sich vielleicht gerne selbständig machen möchten. Denn wer im Internet Geld verdienen möchte, der muss zunächst bei sich selbst anfangen, und sich fragen, was er am besten kann. Wenn das nicht Schreiben ist, wenn das nicht das Aufnehmen von Podcasts ist, das Sprechen vor der Kamera oder das Zusammenschneiden von Videos, ja und wenn es am Ende des Tages eben auch nicht SEO ist, dann muss vielleicht die Person X,Y ihren Erfolg gar nicht im Internet suchen und kann die eigenen Ressourcen lieber “offline” investieren, um dort Umsätze zu erzielen.



127.000 SEOs und immer dieselben Fehler: Von Traffic, Nischen und Erfolg
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 7 Kommentar(e) bisher

  •  Peter (7. August 2012)

    Hallo Alexander,

    das mit dem Keyword-Tool ist glaube ich so gemeint: Versuch nicht deine Seite um das Keyword “FITNESS” aufzubauen. Das ist viel zu heiß umkäpmft und du hast keine Chance jemals Besucher über Google zu kriegen. Versuche es lieber mit: “ANLEITUNG MUSKELAUFBAU” oder “KOSTENLOSER TRAININGSPLAN” usw.
    Da ist schon etwas dran und es ist eigentlich eine “Nischenstrategie”, denn man geht “sicher” über 10 Umwege anstatt über eine “chaotische” Hauptstraße um ans Ziel zu kommen.

    Ich stimme Dir aber voll dabei zu, das die meisten Projekte zum scheitern verurteilt sind. Das liegt daran, dass die Leute keine Ahnung haben über die Themen, über die sie schreiben. Sie haben nur geschaut womit sie Geld verdienen können und das Thema daran angepasst, ansttatt ein Thema zu wählen mit dem sie sich gut auskennen.

    Wenn man sich zudem die Top-Rankkings der Blogverzeichnisse ansieht, dann merkt man sofort, welche Seiten wirklich viele Besucher haben und welche nicht. Und diese ganzen “Geld im Web”-SEO-Typen sind dort so gut wie nicht vertreten – weil sie ihre Besucherzahlen hochlügen.

  •  Alexander Trust (7. August 2012)

    Richtig Peter, das mit dem Keyword-Tool war natürlich so gemeint. Nur ich sage, wer behauptet, dass man mit dem Keyword Fitness nicht mindestens genauso erfolgreich sein kann, wie mit den übrigen, der ist einem Irrtum aufgesessen.

  •  Alexander Trust (7. August 2012)

    @Peter: Man schreibt ja trotz Keyword “Fitness” nicht nur dieses eine Wort in den Text.

    Es ist ein Sport für die SEOs auf Keywords zu optimieren, die Realität sieht aber doch “oft” anders aus. Es mag einige Felder geben, in denen tatsächlich regelmäßig nach einem Keyword alleine gesucht wird. Nur wenn die Leute Fitness eingeben und 100 Millionen Suchergebnisse kriegen, werden sie spätestens beim zweiten Mal ihre Suche einschränken. Die Frage, die man sich stellen muss ist doch, wenn jemand nach Fitness alleine suchen würde, “was” sucht er dann? Leute die das tun, dann auf eine Webseite klicken, die oben gelistet wird, aber nicht das finden, was sie gesucht haben, sind enttäuscht.

    Fitness ist ein weites Feld, wie Fontane geschrieben hätte. Wenn jemand nun aber anfängt, “künstlich” eine Webseite zu Synonymen oder anderen Keyword-Kombinationen im Bereich Fitness zu optimieren, arbeitet er irgendwie auch gegen sich selbst. Das wäre ja bei uns so, als dürften wir nicht PlayStation 3 in die Headline schreiben, sondern müssten formulieren Sonys jetzige Konsolengeneration, weil wir mit der Nische mehr Erfolg haben können? Das ist doch absurd. Wer sucht denn in der Realität nach Sonys jetziger Konsolengeneration? Nur weil das eine Nische wäre, muss sie nicht Erfolg versprechen. Was damit aber eigentlich zum Ausdruck kommt, mal wieder, dieses Patentrezept, von dem die SEOs glauben, sie hätten es, gibt es nicht.

    Ich weiß nicht, ob es tatsächlich Fakt ist, aber die meisten SEOs gehen doch dann nach ihren Strategien vor, suchen sich eine Nische, optimieren und sagen, sie wären erfolgreich. Aber die wenigsten von ihnen, am Ende vielleicht keiner, überprüft seine eigenen Ergebnisse. Um das aber überhaupt zu können, müssten sie ihre Webseite mit ihrer Strategie bei 0 anfangen, und dann eine andere Strategie ebenfalls bei 0. Letzteres ist nicht möglich, weil Google nichts vergisst. Und je “näher” man hinsieht, desto mehr “Wahrheiten” verwandeln sich in unüberprüfbare und zum Teil stark volatile Wahrscheinlichkeiten.

  •  Peter (7. August 2012)

    Ohje, hier geht ja die Post ab bei euch im Blog…

    Also mit dem Keyword “Fitness” weiß ich nicht, ob du da so viel Erfolg haben wirst, denn in der Google-Suche greifen ja die ersten 3-5 Treffer 80% der Besucher ab. Der Rest bekommt so gut wie keine Hits.
    Wenn du aber mit den anderen Keywords ein besseres Ranking bekommst, dann kriegst du in Summe vermutlich mehr Seitenaufrufe. Also ganz abwegig ist die “Nische” nicht.

    Mit der Conversion Rate, da muss ich dir absolut zustimmen. Die ändert sich permanent und ist eine vergangenheitsbasierte Größe, die man nicht fortschreiben kann. Einen Tag hast du 100 Besucher und 1 Sale, also denkst du: WOW – 1% Conversion. Nächsten Tag sind es 200 und keiner kauft was….

    Man müsste in Wirklichkeit mal die Zahlen über 1 Jahr zusammenaddieren und daraus die CR ermitteln, deren Erwartungswert ist dann schon realistischer. Dann kommt dann vielleicht nur 0,01% heraus und auch da muss man noch die Varianz mit bedenken.

    Dennoch würde ich aber sagen, dass mehr Traffic auch den Umsatz erhöht, nur ist die Auswirkung nicht linear. D.h. doppelter Traffic ist nicht gleich doppelter Umsatz.

    Jetzt müsste man anfangen zu rechnen und schauen, ob es sich lohnt sich den Arsch aufzureißen für mehr Traffic.. :-)

    Aber auch ich bleibe dabei: Nur wenige Seiten verdienen gutes Geld im Web und jeder der den Leuten was anderes erzählt, der bindet ihnen einen Bären auf.

  •  Peter (7. August 2012)

    Verdammt, ich glaub ich habe mich mit der CR falsch ausgedrückt. Es ist so:
    100 Besucher pro Tag – 1 Sale – CR ist 1%
    500 Besucher pro Tag und die Sales steigen auf 2 – CR ist 0,4%
    1000 Besucher pro Tag und die Sales steigen auf 3 – CR ist jetzt bei 0,3%
    Usw.
    Will sagen, dass die aktuelle CR immer nur für die Vergangenheit gilt und nicht als Basis für Zukunftspläne hergenommen werden kann.

  •  Peter (8. August 2012)

    Sorry Alex, ich glaube in dem Punkt täuschst Du dich. Du wirst mit 5 Artikeln zum Keyword “Fitness” nicht so viele Leser anlocken, wie mit 5 Artikeln zu Keywords um das Thema Fitness herum. Und der Vorteil ist, dass sich diese Leser dann auch noch die 5 Arikel zum Keyword “Fitness” dann auch noch durchlesen, sofern man sich die Mühe macht auch diese zu schreiben.

    Ich merke das in meinem eigenen Blog bei der Analyse der Besucherquellen. Bei manchen Artikeln kommt über Google niemand. Über andere Seiten, wo ich besser platziert bin, da kommen welche. Und die lesen dann auch die schlechter gerankten Artikel. Würde ich nur Artikel ohne Keywordanalyse schreiben, dann hätte ich vermutlich keinen einzigen Leser.

    “PS3” zu “Spiekonsole von Sony” umzubenennen, hmmm – probier halt mal aus :-)

    Nee, eure Leser kommen vermutlich eher, weil ihr außer dem Keyword “PS3” noch reichlich, sinnvollen Content liefert und weil die Leute ja nicht suchen:
    “PS”, sondern sie suchen “PS3 – Tipss für Spiel XY”.

  •  Alexander Trust (8. August 2012)

    Also ich habe seit 15 Jahren oder sogar noch länger Internetseiten geschrieben und ich habe zu keiner Zeit ein Keyword-Tool benutzt, und immer Leser gehabt.

    Es schreibt niemand einen Artikel zu einem Keyword. Das ist Mumpitz. SEOs sagen, sie belegen Nischen mit Keywords oder Keyword-Kombinationen. Nur ein Artikel besteht nicht aus 5 x Fitness oder 8 x Synonym zu Fitness, sondern Content besteht aus 150, 300, 1000 Wörtern. Google analysiert ja den Text und nicht das einzelne Wort.

    Ich glaube, dass SEOs sich Nischen suchen, weil es da so aussieht, als würden sie mit ihren Methoden erfolgreich sein. Natürlich gibt es hart umkämpfte Keywords, aber man kann mir nicht erzählen, dass alle beliebigen Wörter auf der Welt bereits SEO-manipuliert wären. SEOs sind ein wenig wie Historiker, die tragen Daten zusammen und erklären dir dann irgendwas daraus, “nachträglich”. Sie hätten aber zu keiner Zeit sagen können, dass es so kommt, wie sie es vorhergesehen haben.

    Wie viele SEOs gibt es, die ihre Methoden öffentlich auf den Prüfstein stellen? Es gibt ne Menge, die meckern, dass Google alles geheim hält. Aber die 127k SEO-Blogs mit Beiträgen liefern auch nur Allerweltsstrategien für den Erfolg und die meisten hüten ihre Methoden. Ich kenne nur sehr wenige SEO-Artikel, in denen richtig dokumentiert wurde, welche Schritte jemand unternommen hat, zu einem Ergebnis X zu kommen. Rein wissenschaftlich betrachtet, wären wenn überhaupt nur letztgenannte Beiträge interessant. Doch auch die haben das Problem, dass die Ergebnisse nicht überprüft werden und wurden. Es gab zu keiner Zeit den Gegenentwurf, in dem eine andere Strategie dagegengestellt wurde, und keine dokumentierten Wiederholungen, anhand derer du dann mit zunehmender Wahrscheinlichkeit Aussagen über die Chancen einer Methode X treffen könntest. Denn so, wie es bislang meistens gehandhabt wird, hast du leider – ich sag ja gar nicht, dass ich das nicht interessant finde – also da hast du eben leider das Problem, dass die Aussage nicht verifizierbar ist. Natürlich gibt es SEOs, die sagen, sie landen auf Seite 1. Nur wenn man von vornherein annimmt, ich mache X und komme zu diesem Ergebnis, also muss X der Grund sein, warum ich auf Seite 1 lande… also das ist eben recht zusammenhanglos. Diesen Bias gibt es auch in der Wissenschaft, natürlich. Nur die Akademiker lernen das zumindest im Grundstudium, dass man ihnen sagt, es reicht nicht, wenn das Ergebnis stimmt, du musst vielmehr kontrollieren, ob die Methode der tatsächliche Grund ist, und nicht irgendwelche anderen Faktoren.

    Wir haben kein Tipps zum Spiel XY ;) – jedenfalls nur 2, 3 Beiträge in Summe, weil es dort draußen genügend Datenbanken mit solchen Tipps gibt. Und unsere Seite ist kaum optimiert, also wir haben so oder so nur On-Page-Optimierung und auch nur im Rahmen der Tools, die man für Social Media braucht, mit irgendwelchen Meta-Tags und Descriptions und neuerdings Rich Snippets. Das war’s dann aber auch schon.


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