News & Rumors: 21. September 2012,

Risen 2: Dark Waters

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Ahoi Matrose! Willkommen in der eigenartigen Welt von Risen 2 – Dark Waters. Wer auf dem Computer einen guten Eindruck macht, sollte diesen eigentlich auch auf den Konsolen wiederspiegeln. Dank Risen 2 am Computer ging das Spiel mit großen Vorschusslorbeeren ins Rennen – auch wenn man beim ersten Teil die Konsolen-Version etwas verpatzt hat. Und schnell wurden auch die ersten Unmutsbekundungen auf der PS3 bzw. der Xbox laut. Doch sind diese berechtigt? Eins sei gesagt: Risen 2 bietet sehr viel Potential auf – wird aber natürlich an Genre-Größen wie Skyrim gemessen. Wie sich Risen 2 – Dark Waters im Vergleich macht? Wir klären auf!

 Wie alles beginnt

Auch ich muss leider damit anfangen, was mir als erstes auffiel: Die erste Videosequenz war vorbei und schon ging es los. Ich bin die ersten Meter gelaufen und dachte mir „Was ist das denn?“. So krasse Ruckler und Aussetzer (vor allem bei der automatischen Speicherung) dass ich meinen Augen kaum trauen konnte. Diese bleiben auch über das ganze Spiel hinweg – man gewöhnt sich nur nach einer Weile daran. Aber auch für mich war das eine bodenlose Frechheit so etwas in die Regale zu stellen. Qualitätssicherung? Nein, danke!

Aber natürlich hat Risen 2 weit mehr zu bieten. Zu Anfang helft ihr eurer Weggefährtin Patty, die von ein paar Monstern am Strand angegriffen wird – dadurch schließt Sie sich euch an. Und während ihr eure Heimatstadt und den Strand erkundet laufen euch viele Leute über den Weg, mit denen ihr reden könnt und die euch alles Wichtige beibringen und erzählen. An sich toll, sich mit allen möglichen Leuten zu unterhalten, allerdings sind hier Mimik und Gestik der KI’s während des Gesprächs von vorgestern. Hier hätte man durchaus was Neueres bieten können. Von einigen erhaltet ihr eure Quests, die ihr in beliebiger Reihenfolge lösen und erfüllen könnt. Euch wird erzählt, dass Mara, ein riesen Seeungeheuer das der Inquisition und den Piraten zu schaffen macht, letzte Nacht am Strand angegriffen hat und ein weiteres Schiff zum kentern gebracht hat. Euer Charakter ist der Auserwählte, der Mara nun stoppen soll – mit Hilfe von Patty, der Tochter des Piratenkapitäns Stahlbart. In diesem Verbund sollt ihr eine Waffe finden, welche von den Piraten angeblich entwickelt wurde, und in eure Reihen bringen – Undercover hinter „feindlichen“ Linien. Eine tolle Idee, hier in die Haut eines Piraten zu schlüpfen, der nach einiger Spielzeit sogar sein eigenes Schiff befehligt und ihr richtig in die Atmosphäre der Piraten reingezogen werdet. Ihr könnt auf der Insel der Piraten ebenfalls viele Quest erledigen, oft spielen hierbei der Tag- und Nachtwechsel eine entscheidende Rolle, oder könnt euch in Saufspielen ein bisschen Geld oder sogar Schatzkarten hinzuverdienen. Die Story ist hierbei jedoch bestenfalls im Mittelmaß anzusiedeln – nichts was einem vom Hocker reißt oder richtig Begeistert. Es fehlen Höhepunkte, überraschende Wendungen, interessante und tiefgreifende Unterhaltungen und auch die Quest sind zwar zahlreich, jedoch bestehen diese oft nur aus „Hol dies…,“ „Bring das…“. Hier haben die Macher eher auf Quantität als auf Qualität geachtet. Auch der Schwierigkeitsgrad hält sich hier in Grenzen. Hier fordert Risen 2 zwar nicht allzu viel vom Spieler, jedoch gibt das dem Spiel einen angenehmen Fluss. Auch wenn man später dann zwischen den Fraktionen wählen kann (Inquisition, Piraten und Eingeborenen) und man sich hier etwas Spannung erhofft oder fraktionsgebundene Quest’s die im Konflikt mit anderen Fraktionen stehen, wird man etwas enttäuscht. Es gibt auch keine Sympathien für die jeweiligen oder eine bestimmte Fraktion zu sammeln, was einen nicht sonderlich tief in das Spielgeschehen eintauchen lässt. Wer Patty nach einer Weile satt hat, kann später seinen Partner wählen: Ihr könnt Patty behalten oder könnt auf einen Piraten, einen Eingeborenen oder sogar einen Gnom wählen. Das kann entscheidend sein, denn eure Begleiter können euch wichtige Tipps oder ein gutes Training von bestimmten Fähigkeiten bieten.

So macht ihr euch auf den Weg über zahlreiche und abwechslungsreiche Inseln, was uns gut gefallen hat, denn jede Insel hat etwas Neues, Unterschiedliches zu bieten und jede weiß zu gefallen – eine tolle Abwechslung und auch atmosphärisch eine tolle Sache. Jede Insel hat ihr eigenes Flair und ihr könnt schön gestaltete Gebäude betrachten, könnt unterschiedliche Höhlen erkunden und durch einen schönen Urwald schlagen. Auf eurem Weg durch über die Inseln könnt ihr Schätze finden oder Tieren zähmen aber auch Tränke brauen und Schwerter und Pistolen schmieden. Doch aufgepasst, dass alles klingt wieder super, wären hier nicht wieder zahlreiche Grafikfehler: An den tollen Stränden ploppen vor euch plötzlich Gegenstände im Strand hoch, das Wasser wird nach und nach erst abgebildet oder eure Umgebung flackert…und ich könnte ewig weitermachen. Schade, denn hier kann einem die Lust schon ganz schön vergehen.

 

Was euer Held so alles kann…

Euer namenloser Held sollte natürlich auch durch besondere und tolle Fähigkeiten bestechen – aber auch hier sucht ihr oft vergebens. Während ihr durch das erdledigen von Quests oder töten von Monstern Erfahrungspunkte sammelt, könnt ihr euch davon bestimmte Fähigkeiten erwerben oder ausbauen. So könnt ihr z. B. vielseitiger und effizienter Kämpfen oder könnt leichter Schlösser knacken. Gefallen hat uns auch, dass ihr Fähigkeiten bei bestimmten Personen gegen Geld erlernen könnt, um in Gesprächen mit anderen KI’s einschüchternd zu wirken oder andere zu etwas überreden zu können – es erleichtert euch das Leben auf den Inseln enorm. So könnt ihr auch für eure Kämpfe trainieren und euch z. B. schwere Hiebe bzw. Schläge zeigen lassen, oder Tricks und Kniffe, die euch im Kampf helfen, wie Tritte oder mit Sand schmeißen. Auch das Kontern von Schlägen wird euch hier beigebracht. Was sich jedoch nach einem tollen Kampfsystem anhört, ist in Wirklichkeit ein ziemlich gealtertes Prinzip. Ihr werdet schnell merken, dass Kämpfe gegen schwache Gegner keinerlei Herausforderung ist, ihr müsst einfach nur drauf los kloppen mit eurem Säbel. Habt ihr dann Konterattacken oder die oben erwähnten Tricks und Kniffe erlernt, solltet ihr auch kein Problem haben, gegen stärkere Gegner mit Leichtigkeit zu bestehen. Das Kampfsystem wirkt schlecht inszeniert und gealtert. Zu Anfang vielleicht noch auszuhalten, nach dem hundertstem Kampf aber einfach nur noch lästig. Einzig die Fähigkeit des Voodoo hat mich überzeugen können. Diese werdet ihr im Verlauf des Spiels von den Eingeborenen lernen und könnt euch anschließend in die Körper anderer KI’s hineinversetzen und könnt diese steuern. Sehr nützlich um an Orte zu kommen, die für euren Charakter unerreichbar waren oder um euch das Sozialleben nochmal etwas leichter zu machen. Eine Innovative Idee, die wir uns viel öfter gewünscht hätten.

Auch störend war oft die Kameraführung. Während eines Kampfes geriet mir der Gegner oft aus den Augen und ich musste erst via Kameraführung probieren, ob und wie ich ihn wieder ins Bild bekomme. Zwar sind das alles nur Kleinigkeiten, aber auf Dauer sind diese sehr störend.

Schön wäre es auch gewesen, wenn euer Held selbst Schiff fahren hätte können. Leider könnt ihr aber nur auf das jeweilige Schiff, müsst eure Insel auswählen und schwupp…seit ihr auch schon da. Ebenfalls könnt ihr euch den manchmal weiten Weg sparen und könnt per Knopfdruck vom Auftraggeber zu eurem Ziel teleportieren. Fand ich gut, denn oft musste ich den gleichen Weg 2-3 gehen und dabei immer wieder gegen lästige Gegner kämpfen, die ich die male davor schon besiegt habe.

 Euer Held, der gar kein Held ist!

Denn in Sachen Bewegung oder Rhetorik fehlt eurem Held einiges. Auch in Sachen Kampf kann euer Held nur wenig bieten, genau wie in Unterhaltungen die oft einfach nur stupide nach einem bestimmten Raster ablaufen. Euer Held, der angibt, der beste zu sein, kann auch nicht lange Sprinten, oder von Anfang an schwere Hiebe bei Kämpfen ausführen…das gehört sich eigentlich so nicht für jemanden, der sich für den „Besten“ hält. Was mir auch wieder sauer aufgestoßen ist: Ich konnte, während ich Sprünge ausführte, nicht mal meine Richtung währenddessen ändern. In bestimmten Situationen wäre genau das aber sehr nützlich gewesen. Auch klettern kann euer Charakter nicht – und das in einer so tollen Umgebung, die geradezu nach Kletterabenteuern schreit.

Und so neigt sich unser Abenteuer dem Ende – bleibt nur das Fazit

 Eine tolle Umgebung in Form von unterschiedlichen Inseln, eine fesselnde Atmosphäre und unendliche Möglichkeiten – was für tolle Voraussetzungen. Was auf dem PC dank mäßigen Story Elementen, Kampfsystem und Charaktere noch ein mittelmäßiges Rollenspiel ist, wird auf den Konsolen dank riesiger technischer Defizite ein Fiasko, ein Desaster, eine Katastrophe. Während ihr ein ruhiges, entspanntes Südseeabenteuer bestreiten könntet, nerven Pop-Ups, Grafikfehler oder Ruckler. Und das leider oft so lange, bis man die Geduld verliert und das Spiel in die Ecke legt. Dabei bietet Risen 2 – Dark Waters wirklich sehr viel ungenutztes Potential und teilweiße wirklich tolle Ansätze. Wirklich schade darum. Eine Kaufempfehlung kann ich nur bedingt aussprechen und wenn überhaupt, dann wohl eher für euren PC.

[gameinfo title=”Game Info” game_name=”Risen 2: Dark Waters”  publishers=”Deep Silver” platforms=”PS3, Xbox 360, PC genres=”RPG” release_date=”03.08.2012″]



Risen 2: Dark Waters
4.33 (86.67%) 15 Bewertungen

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