News & Rumors: 17. April 2013,

Savages

Savages

Oliver Stone liefert uns mit Savages, was auf Deutsch: „Wilde“ heißt, einen Actionthriller ab, über welchen es nicht viel Gutes zu berichten gibt. Stone, welcher sich hier von Sergio Leones und King Vidors Klassiker „Duell in der Sonne“ inspirieren ließ, wollte zugleich eine Hommage an den Western „The Wild Bunch“ drehen. Dies misslang ihm jedoch leider, da diese Filme eine konsequente Story erzählen und eine Atmosphäre besitzen, welche man in Savages förmlich sucht.

Aus Laguna Beach in Kalifornien kommt das beste Dope

Die beiden Freunde Chon (Taylor Kitsch) und Ben (Aaron Johnson), befinden sich in einer Dreiecksbeziehung mit der schönen Ophelia (Blake Lively) kurz O. Sie leben in einem wunderschönen Strandhaus in Laguna Beach und produzieren das beste Gras in den guten alten Vereinigten Staaten, mit einem THC gehalt von über 30%. Dieses wird nicht nur an dort vorhandene Coffeshops beliefert und dient kranken Menschen zur Schmerzlinderung, nein, es wird natürlich auch im großen Stil vertickt. Die beiden Newcomer machen sich so schnell einen Namen und bekommen schon bald Besuch vom mexikanischen Drogenkartell. Dieses will seinen Anteil an dem Geschäft mit äußerst brutalen Mitteln durchsetzen, es kommt wie es kommen muss und das Chaos nimmt seinen Lauf. Also O vom Drogenkartell entführt wird, setzen Chon und Ben alle Hebel in Bewegung um ihre Herzallerliebste zurückzubekommen.

Das Ende einer Filmgröße

Falls sich schon mal jemand gefragt hat, wie wohl das Ende einer Filmgröße in Hollywood aussieht, dann ist Savages die passende Antwort auf diese Frage. Oliver Stone lieferte über viele Jahre hinweg ein erstklassiges, wenn auch kontroverses Kino ab und wenn man dachte es geht mit seiner Leistung bergab wie in dem Film  „World Trade Center“, so ist Savages das Ende vom Lied. Stone begeisterte in den 80érn mit Klassikern wie „Platoon“ und „Geboren am 4. Juli“. Er überzeugte auch noch in den 90érn mit Filmen wie „Nature Born Killers“ und „An jedem verdammten Sonntag“ voll und  ganz. Gerade seine Kontroversen Themen und Politische Kritik an der amerikanischen Gesellschaft, sorgten zwar für viel Diskussionsmaterial, überzeugten Filmisch aber immer sehr. Savages hingegen wirkt vom ersten Augenblick wie ein riesiger Zusammenschnitt verschiedener Filme und so bekommt man schon in den ersten Minuten den Eindruck, es handelt sich hier um einen zweiten Teil von Tony Scotts  „Tue Romance“   aus dem Jahre 1993. Dieses naive Valley-Girl-Gequatsche von O aus dem Off, welche uns den ganzen Film über begleitet, ist wirklich schrecklich und spiegelt das sinkende Niveau des heutigen Kinozuschauers wieder. Hier wird uns eine wirklich lächerliche  Story geboten, welche eine gewisse Tiefe suggerieren soll, aber von keinem einzigen ästhetischen Gedanken gedeckt ist. Wenn dies ein Regiedebüt von einem Newcomer gewesen  wäre, hätte man über all dies hinwegsehen können und es bliebe die Hoffnung, dass es besser wird. Dies ist aber nicht der Fall und Altmeister  Stone enttäuscht hier in ganzer Linie.

Technik

Stone experimentierte in seinen früheren Werken immer wieder mal herum und schrieb, gerade was Schnitte, Kameratechnik und Sound angeht, Filmgeschichte. Davon ist hier leider nichts mehr zu sehen, so bekommen wir teilweise überbelichtete Bilder welche an eine bessere Hollywoodserie erinnern, aber nicht an ein Oliver Stone Film. Der Sound und die Kamera sind natürlich auf einem sehr hohen Niveau, fallen aber auch nicht weiter auf. Der Soundtrack hingegen fällt auf und zwar sehr negativ. Auch hier fehlt die Stone-Power, welche gerade in einem Film wie „An jedem verdammten Sonntag“ zu hören war. Die Schauspieler haben ihre Sache gut gemacht und ein Schauspieler kann eh immer nur das spielen, was das Script hergibt und das waren in diesem Fall schlechte Dialoge bis nichts. Dazu kam, dass keiner der Charaktere wirklich erklärt und besser noch näher geführt wurde. Der krönende Abschluss des Ganzen ist die wirklich schlechteste Coverversion, welche wir je von dem wunderschönen Song „Here Comes the Sun“  der Beatles gehört haben. George Harrison würde sich im Grab umdrehen, hätte er gehört was man hier aus seinem Song gemacht hat.

Fazit

Wer es nicht glauben kann, dass es Oliver Stone nicht mehr drauf hat und nach „W“ noch Hoffnungen hatte, sollte sich den Film ansehen um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Allen anderen kann man an dieser Stelle nur abraten, da Savages weder Filmisch überzeugt, geschweige denn unterhaltsam ist und so ein Videoabend in langer Weile, bis hin zur puren Frustration für Cineasten mündet. So wünscht man einem Herr Stone einen angenehmen Ruhestand für all die schönen Filme, welche er uns in den letzten Jahrzehnten geschenkt hat. Aber in keinem Fall wünscht man sich noch so einen Film.

[filminfo title=”Film Info” film_name=”Savages” publishers=”Universal” regie=”Oliver Stone” actors=”Taylor Kitsch, Blake Lively, Aaron johnson, John travolta, Benicio Del Toro, Salma Hayek” camera=”Tigran Aghasaryan” soundtrack=”Adam Peters” genres=”Actionthriller” release_date=””]



Savages
3.9 (78%) 10 Bewertungen

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Zuletzt kommentiert






 1 Kommentar(e) bisher

  •  dg87 (17. April 2013)

    die story finde ich so “irgendwie gucke ich, komm aber nicht mit, weil belanglos”…..


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