News & Rumors: 28. April 2013,

Jack Reacher

Jack Reacher

Action-Thriller  sind ja immer so eine Sache und in den letzten Jahren haben wir da nicht wirklich viel gutes gesehen, da diese oftmals viel zu überladen waren und der Leitsatz: „Weniger ist mehr!“ hier einfach außer Acht gelassen wurde. Viel zu überladene Bildfrequenzen, gerade in Actionszenen, sollen dann auch noch kunstvoll wirken, haben den Kinozuschauer jedoch meist nur überfordert und gelangweilt. Jack Reacher ist da anders, hier bekommen wir seit langem mal wieder einen Actionstreifen, mit einem angenehm zu betrachtenden Gesamtbild. Er könnte, so hoffen wir, einen Umschwung erzeugen, was das Actiongenre betrifft.

Der einsame Steppenwolf

Wer ist Jack Reacher? Das fragen sich auch der Staatsanwalt und der leitende Ermittler bei einem Fünffachmord, als der Hauptverdächtige  nach seiner Inhaftierung ins Koma geprügelt wird, nicht mehr Sprechen kann und nur noch den Satz: „Holen sie Jack Reacher“ kritzelt. Jack Reacher ist ein  Ex-Militärpolizist der einsam, von einem Ort zum anderen zieht. Keinen Wohnsitz, keinen Bezug zur Gesellschaft, keinerlei Hinweise und es ist nicht möglich ihn zu finden, wenn er nicht gefunden werden möchte. Doch mit einem mal steht er in der Tür, er hatte von dem Fall gehört. Jack wollte den Hauptverdächtigen vor vielen Jahren wegen einem anderen Delikt verhaften, dies wurde damals jedoch von einer höheren Stelle verhindert. Von nun an arbeitet er mit der Anwältin Helen zusammen und es dauert nicht lange bis die ersten Zweifel an dem Verbrechen laut werden.

Das ist doch mal mutig!

Der Newcomer Chistopher McQuarrie lieferte mit Jack Reacher seine zweite Regiearbeit ab und das als hätte er nie etwas anderes gemacht. Es ist eine sehr gute Arbeit und vor allem sticht Jack Reacher dadurch hervor, dass er sich nicht in die schon besagten, völlig reizüberfluteten Actionblockbuster der letzten Jahre einreiht. Nein, hier wurde etwas gemacht was sich viele Cineasten schon seit langem wünschen, zurück zu den Wurzel (Back to the Roots). Denn mal ganz ehrlich, wer ist es denn bitte nicht leid, diese kaum noch zu erkennenden Actionszenen a la Tony Scott zu sehen, und sich hinterher zu fragen: was war das denn gerade bitte? In den letzten Jahren bekam man ja schon das Gefühl das viele Regisseure gegen das Betäubungsmittelgesetz verstießen und ihre Filme auf Pilze, besser noch auf LSD gedreht haben. Ein Normalsterblicher, welcher keine Drogen konsumiert, kam doch da gar nicht mehr mit und wurde nur noch gefälscht. Jack Reacher hingegen wurde grandios in Szene gesetzt. Der Film ist spannend und trotz seiner 103 Minuten Spieldauer fast noch zu kurz, da der Hauptcharakter sich leider nicht wirklich entfalten kann und damit leider etwas zu kurz kommt.

Mein Gesetz ist Das Gesetz

Jack Reacher an sich ist eine sehr Kontroverse Figur, wie man es auch schon in den Romanen von Lee Child alias Jim Grand nachlesen kann. Er hat in seiner Vergangenheit lange Zeit für die Armee gedient und absolvierte eine Top Ausbildung. So war er viele Jahre Teil eines Systems, welches er nun völlig umgeht und nicht mehr achtet. Dies macht ihn für den einen sympathisch und für den anderen rebellisch und gefürchtet. Reacher ist ein Profi im Bereich Waffen und Nahkampf und besitzt zudem ein fotografisches Gedächtnis. Dieses ermöglicht ihm natürlich nicht nur ein guter Armee-Polizist zu sein und seinen Job mittelmäßig zu bewältigen, nein, er ist zudem noch ein herausragender Ermittler, der für jeden Gauner ein förmlicher Alptraum ist. So auch für den lange inhaftierten Russen The Zec, dargestellt von Werner Herzog. Diesen kann man in dem Film nur hassen, da er ein Herz aus Stein besitzt und grausames mit anderen Menschen veranstaltet. Jack Reacher ist aber auf seine Weise auch nicht gerade ein smarter Softie und so gibt es Schlägereien und Knochenbrüche wo er nur auftaucht. Denn eines ist klar, es gibt für Jack Reacher nur ein Gesetz: seins.

 

Alte Wegefährten

Tom Cruise welcher hier die Rolle des Jack Reacher spielt und das wirklich stark, trifft im Verlauf des Filmes auf einen alten Weggefährten. Altmeister Robert Duvall welchen man aus „Der Pate 1+2“ kennt, spielte mit Cruise Anfang der 1990ér in dem Film „Tage des Donners“ zusammen. Dies mag für den halbschlafenden Filmbetrachter, welcher sich den Film nur beiläufig ansieht und nicht auf Kleinigkeiten achtet, eine Nichtigkeit sein, doch so ist dieses Zusammentreffen für jeden wahren Cineasten einen Schmunzler wert. Duvall spielt hier zwar nur eine Nebenrolle, doch das wie gewohnt herausragend und wie bei ihm üblich sehr sympathisch. Auch die anderen Schauspieler wie Rosamunde Pike (Helen), Richard Jenkins (Rodin) oder auch David Oyelowo (Emerson) spielen ihre Rollen sehr gut und überzeugten uns mit ihrer Darbietung. Das wirklich Schöne an dem Film sind vor allem die ruhigen, nachvollziehbaren Actionszenen, welche so gut in Szene gesetzt wurden das man sich 2015 auf den Film „Mission Impossible 5“ freuen kann, in dem Chistopher McQuarrie Regie führt.

Technik

Ganz klar eine sehr gute Leistung was Kameratechnik betrifft, hier sitzt jeder Handgriff und so wird der Zuschauer jedes Detail in Ruhe betrachten können und man weiß wieder wofür die HD-Optik erfunden wurde. Der Sound überzeugt auf ganzer Linie und bindet sich wunderbar in den Film ein ohne dass er zu übertrieben wäre. Leider ist uns der Soundtrack nicht mehr so in Erinnerung, was nicht gerade für ihn spricht. Dieser wurde von Joe Kraemer komponiert, welchen sich Chistopher McQuarrie schon für seinen ersten Film „The Way of the Gun“ im Jahr 2000 ausgewählt hat. Ob dies nun eine weise Entscheidung war, nur der alten Zeiten willen, sei dahingestellt und jedem selbst überlassen. Aber das Chistopher McQuarrie mit „Jack Reacher“ eine sehr gute Regie abgeliefert hat ist nicht in Frage zu stellen, bedenkt man, dass er auch das Drehbuch selbst geschrieben hat, ist das eine Glanzleistung.

Fazit

Ein ganz klares MUSS für jeden Actionfan, ob er nun Tom Cruise mag oder nicht. Der Film überzeugt in fast allen Belangen und unterhält wirklich, was in diesem Genre nicht mehr selbstverständlich ist. So kann man sich getrost mit seiner Freundin einen Actionfilm ansehen ohne das übliche: „man ist das unrealistisch und so schlecht“ anhören. Wenn es so weiter geht kann das doch nur wieder besser werden mit dem in die Jahre gekommenen Hollywood, was in letzter Zeit größtenteils nur noch mit langer Weile zu überzeugen wusste.

[filminfo title=”Film Info” film_name=”Jack reacher” publishers=”Paramount Home Entertainment” regie=”Chistopher McQuarrie” actors=”Tom Cruise, Rosamunde Pike, Richard Jenkins, Robert Duvall ” camera=”

Caleb Deschanel” soundtrack=”Joe Kraemer” genres=”Action-Thriller” release_date=”6. Mai 2013″]



Jack Reacher
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