News & Rumors: 23. August 2013,

Saints Row 4

Saints Row 4

Oft wird Saints Row ja mit GTA, dem anderen großen Open-World-Kracher verglichen. Aber kann das Spiel diesem Vergleich standhalten? Ist Saints Row 4 wirklich auch nur der kleine Bruder? Wir können euch vorweg schon sagen: Nein, Saints Row 4 ist viel mehr als das. Saints Row IV übertrifft sämtliche Vorgänger an satirischen und skurrilen Elementen und grenzt sich, bis auf die Open-World-Elemente, klar von GTA ab. Euch hat Saints Row The Third gefallen? Dann wagt euch auch an Saints Row IV ran – es übertrifft SR The Third zwar nicht in jeder Hinsicht, aber in den meisten.

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Saints Row – nichts für schwache Nerven

Chaotisch, Skurril, Bunt und ausgeflippt – alles charakteristisch für Saints Row. Allerdings ist Saints Row damit nichts für Fans von klaren Storys oder geregelten Abläufen – und damit setzt der vierte Teil gnadenlos am dritten Teil an und führt diesen Teil fort. Da ihr mit euren Saints eine Marke gesetzt habt besitzt ihr den schwersten Job den es gibt: Ihr seid Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Um euch eurer Verantwortung bewusst zu werden, müsst ihr am Anfang schon entscheiden: Wollt ihr den Welthunger besiegen oder wollt ihr ein Heilmittel für Krebs finden. Gar nicht so einfach, zumindest wir haben uns die Entscheidung ein wenig zu Herzen genommen, wenn auch das ganze weniger ernst ist.

Dann das Tutorial, das keines ist. Durch eine unterirdische Anlage jagt ihr einen gefährlichen Terroristen, der plant, eine Atombombe zu zünden. An was erinnert mich diese Jagd gleich wieder? Genau, an Call of Duty. Den Schurken könnt ihr töten, doch die Rakete ist bereits gezündet. In heldenhafter Manier hechtet ihr in Richtung Rakete um euch daran festzuhalten um diese zu erklimmen und unschädlich zu machen – im Hintergrund passend  zur Atmosphäre „Aerosmith – I don’t wanna miss a thing“. Das Spiel hat noch gar nicht richtig begonnen und schon erntet es den ersten großen Lacher. Ebenso wurde das ein oder andere Spiel schon etwas lustig parodiert – auch hier ist  Schmunzeln garantiert.

Anschließend erfahrt ihr auch, dass eure Wähleranteile immer geringer werden und ihr in einer ernsten Krise steckt – was hilft da mehr als dem Volk Rede und Antwort zu stehen. Doch dazu kommt ihr leider nicht, denn genau in diesem Moment beginnt der Großangriff der Zin. Und die haben es nicht nur auf die Menschheit abgesehen, Zinyak, ihr Anführer, hat es vor allem auf euch abgesehen. Wir stellen uns ihm ein einem Zweikampf, haben aber keine Chance gegen den übermächtigen Anführer. Und so macht dieser uns unschädlich und sperrt uns in eine Computersimulierte Welt. Zuerst in eine 50‘-Jahre-Version von Amerika, in der die Menschen etwas zu Glücklich und zufrieden sind. Als wir jedoch herausfinden, dass die simulierte Welt kein Chaos verträgt veranstalten wir eben genau das. Zinyak erkennt das und sperrt uns noch ein Level tiefer hinab: In eine simulierte Großstadt namens Steelport. Na klingelts bei euch auch? Genau, die gleiche Stadt wie auch schon im dritten Teil.

Da wir in dieser Welt gefangen sind können wir uns nur mit einigen Hackertricks unserer Begleiterin Kinzie befreien. Da aber auch alle unsere Wegbegleiter gefangen sind und wir die Zin vertreiben müssen, sind wir gezwungen dies in der Simulation zu erledigen. Aber in einer Simulation kann man die Regeln und Gesetze selbst gestalten, zumindest mit einer guten Hackerin, welche Kinzie definitiv ist. Und so können wir einige Superkräfte entwickeln, die wir schnell unter Kontrolle haben. Moment, an was erinnert mich das alles? Matrix! Der nächste Lacher garantiert. Und während ihr in Steelport bald nicht mehr auf eure Kräfte verzichten wollt, weil diese wirklich sinnvoll sind, wird es eine umso größere Herausforderung in der normalen Welt, für die ihr euren Körper erst aus den Fängen der Zin befreien müsst, ohne eure Kräfte zurecht zu kommen. Diese zwei Welten werden also folgendermaßen aufgeteilt: In der Simulation müsst ihr den Zin die Stirn bieten – wie, das bleibt euch überlassen. Ihr könnt durch die Gegend laufen oder mit Autos brettern und eure anarchistischen Gedanken freien Lauf lassen, könnt aber auch Missionen für eure Begleiter, Freunde und Crewmitglieder machen. Diese bestehen allerdings hauptsächlich aus Hacken von Shop’s (im vierten Teil muss man, zum virtuellen passend, jeden Shop hacken indem man ein Muster richtig verbindet), dem säubern von Zin-Stützpunkten, dem abschließen von verschiedenen Herausforderungen wie den guten, alten Versicherungsbetrug oder Genki’s Spieleshow. Allerdings darf man sich das Ganze nicht mehr wie im dritten Teil vorstellen – die Superkräfte wurden hier optimal integriert und geben ständig neue Herausforderungen. Zudem gibt es neue Aufgaben, wie das Bestehen in der Superkräfte-Arena, bei der ihr bestimmte Gegner mit bestimmten Superkräften ausschalten müsst, wählt ihr die falsche Kraft habt ihr so gut wie keine Chance.

Werden euch die Nebenaufgaben dann jedoch zu eintönig oder ihr wollt etwas mehr Handlung könnt ihr durch ein Gateway auf euer Schiff zurückkehren um mit euren Teammitgliedern zu sprechen und Missionen zu erledigen. Aber Achtung, ihr habt nicht von Anfang an das ganze Team an Bord, die meisten, bis auf Kinzie, müsst ihr erst befreien. Auch hier haben sich die Entwickler viel Neues ausgedacht – so z. B. ein Mech-Anzug, mit dem man rießige Gegnerwellen platt machen kann bzw. muss. Und auch so hat man viel Kreativität in die Missionen gebracht. So gilt es eine Befreiungsmission im Stile von Metal Gear Solid zu erledigen – und auch hier gibt es wieder ein Schmunzeln.

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Wie damals Superman

Und mit den Superkräften hat man die wohl größte Änderung ins Spiel gebracht. Autofahren war gestern – heute ist von Dach zu Dach springen oder gleiten. Über die Strassen geht’s nicht mehr auf Rädern sondern nur noch zu Fuß – und das schneller als jedes Auto jemals fahren könnte. Aber auch in Sachen Aktion bringen die Superkräfte vielen frischen Wind. Nach und nach werden euch die Techniken in kleinen Tutorials beigebracht, welche ihr Schritt für Schritt erlernen dürft. Wo in anderen Spielen bestimmte Tastenkombinationen viel zu kompliziert werden, hält es Saints Row hier einfach. Sogar für jemanden, der die einfachsten Kombos in Beat ‘em Up-Spielen nicht hinkriegt. Alle Superkräfte könnt ihr einfach nach Belieben durchschalten um im Anschluss die gewünschte Attacke ganz einfach per Tastendruck auszuführen. So könnt ihr eure Gegner via Attacke einfrieren, sodass sie sich nicht mehr bewegen können und sie dann locker abschießen. Oder ihr könnt per Telekinese Gegner oder Gegenstände durch die Luft wirbeln. Auch eine Art Superstampfer hat man eingebaut, bei dem alle Gegner im näheren Umfeld sozusagen betäubt werden. Das waren nur ein paar der wirklich toll eingebauten Superkräfte. So macht das Spaß. Und wem die Kräfte nicht genügen, der kann diese noch ganz einfach skilln. Hier gibt es nicht nur eine Möglichkeit zur Aufwertung, ein ganzer Haufen wartet hier auf euch.

Die warten aber natürlich auch wieder in Sachen Charakter-Skill oder Waffen-Skill – auch hier hat man die Möglichkeiten nochmal enorm erweitert.

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Saints Row The Third = Saints Row IV ?!

Klingt bisher alles nicht schlecht oder? Neue Superkräfte, abwechslungsreiche Missionen, viel Witz und Satire. Aber das ist nicht alles. Natürlich stimmt das „Herz des Spiels“, die Story, das Gameplay, die Neuerungen. Als wir allerdings das erste Mal Saints Row am Laufen hatten konnten wir unseren Augen kaum glauben. Welches Spiel ist das denn? Soll das etwa Neuwertig sein? Zumindest einen kleinen Schritt nach vorne hätte man sich in Sachen Grafik erwarten können, aber das was Saints Row hier bietet ist eher nochmal ein Rückschritt. In Sachen Texturen und Objektdarstellung hat sich nichts, aber auch gar nichts im Gegensatz zu Saints Row The Third getan. Und so benötigen wir einige Zeit um uns an die ausgewaschene Grafik zu gewöhnen. Was wir beim dritten Teil jedoch weniger häufig gesehen haben, sind plötzlich aufploppende Objekte kurz vor uns – im vierten Teil sind diese an der Tagesordnung. Ebenso bei der gegnerischen KI, welche im Dreier ja wirklich dämlich war konnte man nochmal gefühlt einen drauf setzen. So haben wir schon des Öfteren erlebt, dass sich Gegner selbst über den Haufen fahren oder gegenseitig abschießen, im vierten Teil kommt dies noch regelmäßiger und öfter vor als damals. Fahren oder Schießen sich die Gegner nicht über den Haufen, kommt es öfter vor, dass Gegner öfter an Strassenecken oder Brückenpfeilern hängen bleiben, sich nicht mehr befreien oder bewegen können und sich wehrlos abschießen lassen. So wird die ganze Action natürlich einfacher, aber auf Dauer ist das durchaus, vor allem wenn dadurch eine Mission nicht richtig beendet werden kann, nervig.

Und auch in Sachen Sound erwartet man ja mittlerweile ein gehobenes Niveau in Saints Row – dieses kann das Spiel voll und ganz halten. Kracher wie „Song 2“ von Blur oder „I don’t wanna miss a thing“ von Aerosmith geben sich die Klinke in die Hand – auf der anderen Seite gibt es natürlich auch wieder klassische Töne oder die härteren Töne auf „89 GenX“. Es ist auf jeden Fall für Jeden etwas dabei und man wird nie Müde im Auto Musik zu hören.

Vielleicht ist die fehlende Grafikerneuerung und die Dämlichkeit der KI-Gegner der Pleite seitens THQ geschuldet, was ja durchaus sein könnte. Andernfalls hätte man sich hier definitiv etwas mehr Mühe geben können.

Preis – Leistung mehr als okay

Für den Preis bekommt ihr in Saints Row IV wieder eine Menge. Nicht nur die alten Begleiter sind wieder an eurer Seite, auch neue Begleiter schlagen sich mit euch durch den Krieg gegen die Zin. Viele Missionen, sehr viele Nebenmissionen und Aktivitäten und noch mehr Herausforderungen lassen euch eine Menge Zeit mit diesem Spiel verbringen. Auch das Open-World-Element gepaart mit den Superkräften lässt nach Belieben Spaß haben. Dabei kämpft ihr einmal in der realen Welt ohne Kräfte und einmal in einer Simulierten. Auch hier wartet eine große Herausforderung. Zudem beweist man in Sachen Missionsdesign sehr viel Kreativität. Und auch an Witz, Scharm und Satire bzw. Parodien unzähliger Filme, Spiele oder Serien fehlt es nicht – lachen garantiert. Und auch mit den Radio-Sendern kann man in Steelport wieder viel Spaß haben.
Diese ganzen positiven Aspekte lassen auch darüber wegsehen, dass Saints Row IV mit einer richtig veralteten Darstellung daherkommt und sich in Sachen KI eher verschlechtert als verbessert hat. Und wie im Test beschrieben, das wahre Element des Spiels passt einfach: Saints Row bleibt Saints Row.

[gameinfo title=”Game Info” game_name=”Saints Row 4″ developers=”Volotion” publishers=”Deep Silver” platforms=”PS3, Xbox 360, PC” genres=”Open World / Action” release_date=”23.08.2013″]



Saints Row 4
3.75 (75%) 8 Bewertungen

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Zuletzt kommentiert






 2 Kommentar(e) bisher

  •  dg87 (27. August 2013)

    Wie oft hat sich das Spiel bei mir schon aufgehängt -.-

  •  Feldu (29. August 2013)

    Bei mir seltsamer Weiße noch nie…aber du hast ja noch n’ bisschen mehr Spielzeit drauf wie ich ;) .


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