News & Rumors: 25. August 2013,

Diablo 3: Reaper of Souls

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Gleich am ersten Tag auf der Gamescom, also dem Fachbesuchertag, durften wir in einem eigenen Konferenzsaal von Blizzard eine Vorführung zum neuen Diablo III-Addon sehen. Vorher war nur bekannt, dass Blizzard irgendwas Neues vorstellen will – wir hatten aber schon auf ein neues D3-Addon getippt, und so war es dann auch.

Bei der Präsentation wurden mehrere Gameplay-Trailer sowie der erste offizielle Trailer an großen Leinwänden gezeigt. Zwischendurch kamen dann die Entwickler auf die Bühne um zu erklären, was es alles Neues geben wird. Darunter waren Lead Writer Brian Kindregan, Art Director Christian Lichtner, Game Director Joshua Mosqueira und Lead Designer Kevin Martens.

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Der Tod!

Wie schon damals beim Lord of Destruction-Addon für Diablo II, wird auch jetzt bei Reaper of Souls ein noch stärkerer Endboss als Diablo selbst eingeführt: Malthael, gefallener Erzengel der Weisheit. Als Engel des Todes kehrt er zurück und reißt den schwarzen Seelenstein mit der “Essenz des Obersten Übels” (engl. essence of the Prime Evil) an sich. An Malthael ist auch der Titel des Addons angelehnt, denn er ist der “Reaper of Souls”. Sozusagen der Tod selbst, mit einer schwarzen Kapuze und einer mächtigen Rüstung. Nur statt einer Sense trägt er in jeder Hand eine übergroße Sichel.

Was ist mit neuen Klassen?

Damit dieser auch besiegt werden kann, wird eine neue Klasse eingeführt: der Kreuzritter. Diesen Nahkämpfer hätten sie eigentlich auch Paladin nennen können, denn vom Grafikdesign und den Fähigkeiten her wirkt der Kreuzritter genau so. Er trägt eine dicke Rüstung, einen Schild und bevorzugt Flegel bzw. Morgensterne als Waffen, die übrigens als neue Waffengattung eingeführt werden. Den Schild setzt er nicht nur zur Verteidigung, sondern auch aktiv zum  Angriff ein. Ebenfalls kann er heilige Magie einsetzen, um Freunde zu buffen und Feinde zu schwächen. Die Ressource des Kreuzritters heißt “Zorn” (engl. Wrath).

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Endlich was Neues!

Mit dem Addon kommt auch endlich neuer Content, nämlich Akt V mit der neuen Stadt “Westmark”. Dieser neue Akt soll deutlich düsterer sein als die alten Akte, anscheinend hat Blizzard hier auf die Spieler gehört, die mehrheitlich den zu bunten Look und die teilweise lächerlichen Bosse in D3 kritisierten. Es wird natürlich auch neue Monster, Items und Quests geben, von denen wurden uns aber nicht allzuviele gezeigt.

War die Maximalstufe im Hauptspiel noch Level 60 mit Paragon-Level 99, wird sie im Addon Level 70 mit Paragon-Level “unendlich” sein. Das heißt erstmal, dass die 10 neuen Levels alle Klassen stärker macht und neue Fähigkeiten erlernt werden können. Dazu ist das Paragon-Level nun nicht mehr auf 99 begrenzt, es hat einfach keine Begrenzung mehr. Theoretisch kann man also Paragon 400 oder 1346 werden.
Viel interessanter dabei ist, dass man mit Paragon-Aufstiegen anscheinend selbst Attribut-Punkte verteilen darf, pro Paragon-Level einen. Diese können nicht nur in Haupt-Attribute wie Stärke und Vitalität, sondern auch in andere wie z. B. kritische Trefferchance und Angriffsgeschwindigkeit gesteckt werden. Sogar noch interessanter ist, dass die Paragon-Level aller Charaktere auf einem Account zusammengezählt werden und die Summe davon auf jedem der Charaktere verteilbar sein soll. Man wird noch sehen, wie Blizzard das balancen will, denn durch dieses System könnte man unglaublich starke Charaktere hochzüchten und den PvP-Modus unspielbar machen.

 Nur guter Loot tut gut

Ein sehr wichtiges Thema für bisherige D3-Spieler ist die Drop-Chance sowie die Qualität von Items. An diesen Dingen hat Blizzard schon einige Male per Patch rumgeschraubt, für viele Spieler ist das aber immer noch ein nerviger Aspekt: weiße und blaue Items droppen viel zu oft und sind sowieso unnütz, gelbe Items  bzw. Rares droppen ebenfalls zu oft und sind fast immer zu schlecht oder erst gar nicht für die Klasse geeignet. Und legendäre Items bzw. Legendaries droppen zwar mittlerweile etwas öfter als früher, sind aber auch so gut wie nie zu gebrauchen. So muss man sich meist im Auktionshaus Items kaufen, ein weiteres heikles Thema.

Abhilfe schaffen soll das neue, “Loot 2.0” genannte System, mit dem viel weniger weiße, blaue und gelbe Items droppen, dafür aber mit besseren Stats – und allgemein mit Stats, die besser für die eigene Klasse geeignet sind. Legendaries sollen etwas öfter droppen und ebenfalls besser für die eigene Klasse geeignet sein. Diese will Blizzard außerdem von den Stats her nochmal interessanter machen, damit man sich wieder freuen kann, wenn ein Legendary droppt. Kurz: weniger, aber bessere Items.

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 Fazit

Diablo III hatte Fans in vielen Bereichen enttäuscht, und selbst nach zahlreichen Patches blieben immer noch Macken im Spiel. Wir finden, das Addon hätte schon viel früher hergemusst, da der Mangel an neuem Content das Spiel langsam aber sicher in Eintönigkeit versinken ließ. Die oben genannten Item-Probleme und das Auktionshaus mit Echtgeld trugen zur schlechten Stimmung bei. Nun wurde ein Addon zumindest angekündigt, ein Release-Termin steht aber noch nicht fest, wobei man dieses Jahr ausschließen kann. Immerhin hat Blizzard versprochen, dass einige Features aus Reaper of Souls (z. B. Loot 2.0) per Patch auch den Spielern zugänglich gemacht werden, die das Addon nicht kaufen.

Die “neue” Klasse ist im wahrsten Sinne des Wortes solide, aber nicht wirklich innovativ. Auch hätten es ruhig zwei mehr Klassen noch sein können. Wieder mal bedient sich Blizzard an Ideen aus seinen früheren Spielen und bastelt daraus etwas vermeintlich neues, ähnliches gilt für den Bösewicht Malthael. Allgemein kommen einem viele Dinge in Diablo III sehr bekannt vor, wenn man früher mal Warcraft 3 oder World of Warcraft gespielt hat. Sich inspirieren lassen und kopieren sind eben zwei verschiedene Dinge, und Reaper of Souls scheint an der Vorgehensweise nichts ändern zu wollen. Ob man sich groß daran stört, ist wiederum Geschmackssache.

Insgesamt deuten die Neuerungen aber auf eine deutliche Verbesserung des Hauptspiels hin, wobei mit dem (Echtgeld-) Auktionshaus immer noch ein Dorn im Auge, äh, Spiel bleibt.



Diablo 3: Reaper of Souls
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