Kommentar: 8. September 2013,

Warum ich die Xbox One vorbestellt habe

Xbox One Day One Edition mit Forza 5
Xbox One Day One Edition mit Forza 5

Ich habe die Xbox One vorbestellt. Keine Pointe. Denn ich finde sie am Ende doch interessanter als die PlayStation 4. Eine vollkommen subjektive Meinungsäußerung, die keinen Anspruch auf Richtigkeit erhebt und mich stattdessen in der Gamer-Gemeinde ins Abseits stellt – es sei denn, ihr seid ähnlich drauf wie ich.

Wenn ich meinen Twitter-Feed so lese, dann wird da vor allem auf die Xbox One eingeprügelt. Es wird sich wirklich an jeder noch so kleinen Kleinigkeit aufgehangen und dann betont, wie schlecht Microsoft doch ist. Gähn! Ich habe das Ding trotzdem vorbestellt und verrate euch jetzt warum.

Der Controller

Kurz vorweg: Ich habe sowohl eine PlayStation 3 als auch eine Xbox 360. Letztere kaufte ich mir wegen GTA IV, weil sie günstiger war und ich mir dafür keinen Fernseher kaufen musste, weil man die Xbox 360 auch über VGA an einen Bildschirm anschließen kann. Dennoch habe ich die PS3 ob ihrer Power immer bewundert und Spiele wie Uncharted und Heavy Rain ließen den Kauf dann letztlich doch einigermaßen rechtfertigen. Aber trotzdem spiele ich Multiplattformspiele eher auf der Xbox 360, weil der Controller um Welten besser ist als der der PlayStation 3. Das mag sich mit der PS4 ändern, aber wenn Microsoft den Xbox-Controller wenigstens nicht schlechter macht, gibt es einen Vertrauensbonus von mir. Da bin ich eher pragmatisch.

Xbox Live

Grund Nummer 2 heißt Xbox Live. Es funktioniert gut. Es funktioniert besser als das PlayStation Network. Es ist ein Headset bei der Xbox dabei und Achievements sind cooler als Trophies. Wegen der Xbox 360 entrichte ich zudem ohnehin meinen Obolus an Microsoft, um online spielen zu können. Mit der PlayStation 4 soll ich Sony ebenfalls dafür bezahlen. Diese Information legte bei mir einen Schalter um, dass ich nicht doppelt für Online-Gaming bezahlen werde.

Preis-Leistungsverhältnis

Der Anschaffungspreis der PlayStation 4 liegt bei 399 Euro, jener der Xbox One bei 499 Euro. Dennoch meine ich bei der Xbox mehr zu bekommen, denn Kinect ist schon dabei und wenn man “Experten” glauben mag, tauge Kinect auch noch mehr als die PlayStation Kamera. Außerdem gibts in der Day-One-Edition ein Spiel (FIFA 14) als Download obendrauf. Das werde ich zwar eher nicht spielen, aber in der Anschaffung hätte es ebenfalls 60 bis 80 Euro gekostet.

Schwächere Hardware? Egal!

Die PlayStation 4 hat also stärkere Hardware als die Xbox One. Wir reden hier von 8 (statt 5) GB Arbeitsspeicher, der ein bisschen schneller sein soll, zumindest in der Theorie. Weiterhin reden wir von einer Grafikeinheit, die 1,84 TFLOPS (PS4) bzw. 1,31 TFLOPS (Xbox One) leisten soll. Andererseits wiederholt sich Geschichte gerne mal, denn sowas ähnliches gibt es schon bei Xbox 360 vs. PlayStation 3 zu bestaunen. Dort treten sich 115,2 GFLOPS (Xbox 360) und 176 GFLOPS (PS3) gegenüber. Und dennoch konnte man sehr oft beobachten, dass die Xbox-Versionen von Multiplattformspielen besser aussahen oder flüssiger liefen. Weiterhin vertrete ich die Meinung, dass so ein Spiel unterhalten soll. Da muss die Grafik hinten anstehen. Paradebeispiel ist hierbei so ziemlich jedes Spiel aus dem Fallout-Universum – für mich.

Indie-Spiele?

Gerne hervorgebracht wird, dass Sony eine freundlichere Plattform für Indie-Spiele bereitstellt. Mit dem Punkt möchte ich gerne kurz und schmerzlos abschließen: Indie-Spiele sind mir weitgehend egal. Für die interessanten Vertreter gibt es dann immer noch Steam. Und die (zumindest gefühlt) große Mehrheit der Indie-Spiele schaue ich mir bei RocketBeans TV “Indie Tonne” an.

Nachtragende Spielergemeinde

Doch mal zurück zu den anderen? Was findet ihr denn so schlecht an einem Gerät, das ihr nicht einmal gesehen habt? Der Online-Zwang? Wurde aufgehoben. Dass man Spiele nicht weitergeben kann? Wurde aufgehoben. Dass Kinect angeschlossen werden muss und alle Daten direkt mit der NSA teilt? Wurde aufgehoben. Sicherlich könnte man Microsoft nun vorwerfen, marketingtechnisch nicht besonders clever vorgegangen zu sein. Aber auf der Haben-Seite ist zu verzeichnen, dass die Xbox zumindest nicht dümmer wurde mit jedem Update #OtherOS #Blu-ray-über-Komponente.

Kreditkarten-Gate

Apropos nachtragend: Wenn man eine solche Konsole hat und es möglicherweise auch noch die einzige in dieser Generation sein sollte, dann will man ja vielleicht auch Dinge online kaufen. Könnt ihr euch noch erinnern, als das PlayStation Network wochenlang nicht erreichbar war? Was war passiert? Sonys Server wurden gehackt, weil diese mit veralteter Software ausgestattet waren und nicht gewartet wurden. Dabei wurden Kreditkartendaten kopiert. Nachdem das PSN wieder online genommen wurde, stellten Hacker fest, dass Sony noch immer auf veraltete Software setzte. Informationspolitik: Grauenhaft. Schon vergessen?

Fazit: Ist doch am Ende auch egal

Letztlich haben sowohl Microsoft als auch Sony eine Marketing-Leiche im Keller. Also, wenn man tief genug gräbt, wird man schon Gründe finden, die gegen beide Plattformen sprechen. Man kauft eine Konsole doch aber nicht, weil sie “perfekt” ist oder aus “politischen” Gründen, sondern um darauf Spiele zu spielen, jede Menge Zeit zu verbrennen und Spaß an der Sache zu haben. Am Ende wird sich das mit beidem erreichen lassen – und meine Entscheidung fiel nun eben auf den schwarzen Kasten aus Redmond, weil: Warum nicht, darum.



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