News & Rumors: 16. September 2013,

Test-Tagebuch #2 zu Final Fantasy 14: A Realm Reborn

Final Fantasy 14
Final Fantasy 14: Screenshot Charakter Bolle Brackwasser

Nachdem nun schon einige Zeit ins Land gezogen ist, habe ich mein finales Fazit aus A Realm Reborn zu ziehen. Ich habe gelacht, mich geärgert, gekämpft, gezaubert und Freundschaften geschlossen.

Job-System

Ich habe bereits erwähnt, dass jede Gilde ihre eigene Questreihe hat.
Sind die ersten Quests überstanden, gibt es die Möglichkeit, andere Charakterklassen anzunehmen. Das ist ziemlich cool, denn ich kann andere Waffen trainieren und sogar Magier-Fertigkeiten erlernen. Zusätzlich gibt es jede Menge Berufsklassen wie Gerber, Schneider oder Schmied, in denen man leveln kann und ebenfalls eigene Quests bestreitet. So ergibt sich ein Jobsystem, das schon aus anderen Final-Fantasy-Teilen bekannt ist. Blöd ist, dass man bei jeder neuen Questreihe wieder bei Level 1 anfängt. Das Wechseln der Klassen erfolgt über die entsprechende Wahl der Hauptwaffe, beziehungsweise des Hauptwerkzeugs. Zu jeder Klasse wird sich also komplett neu ausgerüstet. Ich persönlich habe als angelernter Gerber erstmal keine Geduld weiter mein Handwerk zu lernen und stürze mich mit meiner Hauptkämpfer-Klasse, dem Pikenier, wieder in die Schlacht.

Große Gegner, kleine Helfer

Es gibt so viel zu entdecken in Eorzea und Final Fantasy 14. Sogar kleine Helfer im Kampf in Form von süßen Haustieren kann ich mir zulegen. Chocobos können angemietet werden, später sogar eigens ausgerüstet. Dazu kommen etliche Richtungen, in die ich mich bewegen kann, sobald ich ein gewisses Level erreicht habe. Denn es hat sehr lange gedauert, bis ich aus den lauschigen Wäldern herauskomme und andere Orte entdecken kann. Grund dafür ist einzig der drastische Anstieg der Level der Monster. Erledige ich hier und da noch Quests im Wald mit Gegnern um Level 20, sind die Feinde ein paar Meter weiter plötzlich schon rund 10 Level stärker. Für mich heißt es dann trainieren, was da Zeug hält. Das doch im Endeffekt eher eintönige Kampfsystem macht die ganze Sache zu einer wahren Geduldsprobe. Meine Geduld lohnt sich, denn die Gegner werden anspruchsvoller, größer, das Spiel schon spannender.

Schluss mit Kinderkram?

Spannender, klar. Aber aus Quests à la “Besorge Chocobofutter” komme ich trotzdem nicht raus. Viele der Aufgaben bleiben recht kindisch, die Gegner weitestgehend süß, und überhaupt fehlt mir bei diesem Online-Titel ein bisschen der bitterböse Ernst. Natürlich ist die bunte Welt von Eorzea nicht immer so lieb und süß, aber die quietschbunte, kindliche Atmosphäre ist für mich nach vielen Spielstunden nur noch anstrengend.

Kollegiale Onlinewelt

Bereits in meinem vorherigen Eintrag konnte ich vermerken, dass schon beim Start des Spiels kaum einer nur für sich ist. Es kamen bereits die ersten Anfragen für eine Gilden-Gründung und selbst wenn ich bei einer Quest auf einen fiesen Gegner stoße, hilft man mir. Wer sich in MMORPG auskennt weiß, dass man sich als physischer Kämpfer am besten mit einem Magier zusammen tut, der einen im Kampf heilen kann. Gesagt, getan. Auch wenn sich unsere Wege nicht lange kreuzten, konnten ich und ein paar andere Spieler doch die einen oder anderen Erfahrungspunkte teilen. Auch Wildfremde stürzen sich mit mir in den Kampf; ich habe selten das Gefühl, allein zu sein. Es wuseln überall Leute rum. Manchmal nervt das, denn bei den sogenannten FATEs komme ich kaum zu einer Attacke, denn irgendwer wirft sich immer zwischen mich und den Gegner.

Der alte Ärger mit Onlinespielen

Bei Online-Games ärgere ich mich immer am meisten über Technisches. Square Enix hat es zwar geschafft, die Kapazitäten zu verbessern; trotzdem kommt es am frühen Abend zu den Stoßzeiten gerne zu Verzögerungen beim Einloggen. Was ich natürlich teilweise auf meinen Rechner schieben muss, ist die Tatsache, dass FATEs und größere Aufkommen von Spielern und Gegner gerne mal zu Rucklern und Performance-Fehlern führen. Das hat mich sogar schon mal das digitale Leben meines Charakters gekostet. Außerdem höre ich immer wieder noch von kleinen technischen Problemen der User. Das Spiel ist eben immer noch jung und braucht wohl noch seine Zeit. Die gröbsten Sachen sind natürlich behoben.

Story?

A Realm Reborn verfolgt neben dem Open-Map-Spaß auch eine Hauptstory. Diese ist nun keine besondere und daher weniger der Rede wert und erschloss sich mir beim Spielen bisher auch noch nicht gänzlich. Darüber fälle ich daher kein Urteil. Was mich aber doch stört sind teilweise sehr lieblose Dialoge. Ich denke, dass ein MMORPG vom Gameplay und nicht von irgendeiner Hintergrundgeschichte lebt; als Fan der Final-Fantasy-Reihe bin ich aber trotzdem tiefe Figuren und gut durchdachte Dialoge und Zusammenhänge gewohnt. Solche Dinge dienen in der Onlinewelt eher dem Mittel zum Zweck. Die Dialoge und Quest-Beschreibungen sind teilweise sogar richtig blöde und ich bin immer froh, wenn man aufhört mit mir zu reden, damit ich wieder die Welt erkunden kann.

Fazit

Kauftipp? Ja. Ein Must-Have? Eher nein. Final Fantasy 14: A Realm Reborn ist ein sehr solides Onlinegame, das definitiv weiter kommen wird als sein Vorgänger.

Eorzea ist eine wunderbare Welt, in der es mehr zu entdecken gibt als ich in einem ganzen Wälzer aufzählen könnte. Denn ich selbst muss noch so viel entdecken, dass ein finales Urteil schier unmöglich ist. Ich kann nur sagen, dass Final-Fantasy-Fans ihre Freude an dem Spiel haben werden.
Mir fehlt hier und da ein typisches Element, nämlich das ordentliche Storytelling. Das Kampfsystem hätte ich mir abwechslungsreicher gewünscht, und beim Spielen habe ich das Gefühl, dass ein möglichst einfaches Gameplay möglichst viele Leute erreichen soll. Die Quests sind mir selbst bei fortgeschrittenerem Level immer noch ein wenig zu “soft”, dafür lässt einen das Spiel nicht mehr los, egal wie sehr man sich dagegen wehrt. Am besten riskiert man mit ein paar Testtagen mal einen Blick in diese bunte Spielwelt. Ich bezweifle, dass dies ernsthaft jemand bereuen kann. Ich bin trotz einiger Kinderkrankheiten begeistert und natürlich kommt für mich nun die Überlegung auf, mir einen dauerhaften Account anzulegen.



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