News & Rumors: 4. January 2014,

PlayStation 4

Wegen der hohen Nachfrage für die PS4 waren unsere Redakteure bis einige Wochen nach Release noch nicht alle mit der Konsole ausgestattet. Das hat sich mittlerweile geändert, und somit können wir nun – etwas verspätet – unsere Meinungen zur PS4 abgeben. Es ist kein großes Geheimnis, dass wir schon immer Sony bevorzugt haben. Man sieht es ja an unseren Reviews, für die immer PS3-Versionen getestet wurden, und eben nicht Xbox 360-Versionen. Die kollektive Wahl unserer primären Next Gen-Konsole fiel deshalb nicht schwer; abgesehen davon lieferte Sony auch eine Menge gute Kaufargumente für die PS4.

Das Spielen im Vordergrund

 Das PR-Desaster von Microsoft war für Sony ein gefundenes Fressen. Die PS4 sollte nämlich kein Gerät sein, das alles kann, aber nichts so richtig. Sie sollte schlicht und ergreifend eine Spielekonsole sein, die eine Sache gut kann: Spiele spielen. Und genau das ist es, was Gamer von einer Konsole wollen. Sozusagen wie die PS3, aber mit besserer Hardware und mehr Gaming-relevanten Funktionen, jedoch nicht überladen mit Funktionen, die kein Mensch braucht. Alle Restriktionen, die Microsoft damals für die Xbox One ankündigte, sollte es bei der PS4 nicht geben. Und das alles auch noch für den Kampfpreis von 400 US-Dollar bzw. Euro. Sony hatte sichtlich Spaß daran, alle geplanten Ideen von Microsoft als irrelevant für Gamer darzustellen und die PS4 als die “gute”, kundenfreundliche Konsole zu vermarkten. Das führte dann letztendlich auch dazu, dass die Xbox One alle Restriktionen verlor und damit der PS4 angepasst wurde. Die PS4 kann also als bisheriger Sieger im Konsolenkrieg betrachtet werden.

Seit dem 29. November gibt es die PS4 nun. Oder auch nicht, denn sie war sofort ausverkauft und ist sogar zum jetzigen Zeitpunkt nicht bei Amazon zu haben.
Wer sie denn ergattern konnte, findet im Lieferumfang die Konsole an sich, einen DualShock 4-Controller, ein HDMI-Kabel, ein USB-Kabel zum Aufladen des Controllers, das Stromkabel und ein billiges In-Ear-Headset. Bei der ersten Inbetriebnahme muss ein größerer Patch heruntergeladen werden, welchen man aber auch vorher an einem PC herunterladen und dann per USB-Stick übertragen kann.

 Die Konsole

ps4_konsole

[toggle title=”PlayStation 4 Hardware”]

  • CPU: x86-64 AMD-Prozessor aus der “Jaguar”-Reihe mit 8 Kernen
  • Grafik: 1,84 Teraflops Rechenleistung, basierend auf Next-Gen-Radeon-Grafikengine
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte GDDR5-RAM
  • Festplatten-Speicherplatz: 500 GB
  • Abmessungen: zirka 275 x 53 x 305 mm
  • Gewicht: zirka 2,8 Kilogramm
  • Blu-ray- / DVD-Laufwerk: Blu-ray 6x / DVD: DVD 8x Geschwindigkeit
  • I/O-Anschlüsse: 2 x USB 3.0, 1 x Aux, Ethernet x1, WLAN nach IEEE 802.11b/g/n, Bluetooth 2.1 (EDR)
  • AV-Anschlüsse: 1 x HDMI, 1 x Digital (optisch)

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Als wir sie schließlich in den Händen hielten, waren wir überrascht, wie klein sie ist. Sie ist sogar kleiner als die PS3 Slim. Und das, obwohl das Netzteil intern verbaut ist, im Gegensatz zum externen Netzteil der Xbox One. Schaut man von vorne bzw. oben auf die PS4, sieht man die optische Unterteilung der Konsole in zwei Elemente mit einer links glänzenden, rechts matten Oberfläche. Getrennt werden diese durch eine schmale LED-Leiste, die beim Hochfahren blau pulsiert, im Betrieb weiß und im Standby orange leuchtet. Links befindet sich das Blu-ray-Laufwerk, das in einem Spalt versteckt ist, welcher sich an allen Seiten durch die Konsole zieht. Die zwei USB-Anschlüsse vorne rechts sind ebenfalls in dieser Spalte. Die Power- und Auswurftaste ist vorne, genau unter der LED-Leiste und ebenso schmal wie die Leiste. Schaut man sich die PS4 von der Seite an, offenbart sich das Parallelogramm-Design. Insgesamt betrachtet sieht die PS4 wirklich aus wie aus einem Guss und könnte mit ihren diagonalen Linien, scharfen Kanten und spitzen Ecken auch Alien-Technologie sein. Die Designer wollten offenbar, dass nichts diesen Anblick stören kann, so ist der Schlitz des Blu-ray-Laufwerks sowie die beiden USB-Anschlüsse in dem besagten Spalt versteckt und die Tasten zum Einschalten und Auswerfen muss man beim ersten Mal regelrecht suchen, so gut passen sie sich ins Design ein.
Im Menü sowie in Spielen ist der Lüfter unhörbar leise, kein einziges Mal konnten wir ein “hochdrehen” des Lüfters hören, wie es bei der PS3 bei den meisten Spielen der Fall war.
Will man die Konsole ausschalten, hat man nun zwei Optionen: ganz ausschalten oder Standy-Modus. Im Standby kann man immer noch Controller aufladen, außerdem kann die PS4 dann automatisch Updates herunterladen und für PS Plus-User Spielstände synchronisieren. Der Standby-Betrieb an sich, wenn nichts aufgeladen oder heruntergeladen wird, zieht 10 Watt.

 

Das Gamepad

 ps4_gamepad

Der DualShock 3 wurde oft kritisiert, weil er für manche Menschen zu klein war und die unteren Schultertasten leicht konvex geformt waren, wodurch man leicht mit dem Finger abrutschen konnte.
Das soll nicht nach einem Werbespruch klingen, aber beim DualShock 4 ist nun (fast) alles besser. Er ist größer, aus dickerem Kunststoff hergestellt, hat konkave L2/R2-Tasten und bessere Sticks. Allgemein macht er einen sehr hochwertigen Eindruck. Neu ist das Touchpad in der Mitte, das gleichzeitig als Taste dient und die frühere Select-Taste ersetzt. Mit der neuen Share-Taste können Screenshots gemacht und Videos aufgenommen werden, die auch direkt zu Ustream oder Twitch gestreamt werden können. Ebenfalls hat der DS4 einen kleinen Mono-Lautsprecher und hinten eine leicht dreieckig geformte LED-Leiste, die in mehreren verschiedenen Farben leuchten kann und generell beim Betrieb immer leuchtet, standardmäßig blau. Die vier Symboltasten sind nun nicht mehr druckempfindlich bzw. analog, sondern digital. Viele Spiele hatten diese Funktion bei der PS3 ohnehin nicht ausgenutzt, das fällt also nicht schwer ins Gewicht. Ein Anschluss für Kopfhörer und Headsets ist auch vorhanden.
Das Gamepad liegt super in der Hand und auch nach mehreren Stunden des Zockens konnten wir keine Schmerzen oder Müdigkeit in den Fingern spüren. Der wirklich einzige Kritikpunkt ist die Akkulaufzeit, nach 8 – 9 Stunden muss der DS4 aufgeladen werden. Da hielt der DS3 noch mehr als doppelt so lange durch.

Die Kamera

 ps4_kamera

Die PlayStation Kamera mit eingebautem Mikrofon ist optional erhältlich und kann derzeit nur im Playroom richtig genutzt werden. The Playroom ist eine in der PS4 integrierte App, mit der ihr ein paar Augmented Reality-Spielereien anstellen könnt. Zur Verfügung stehen mehrere Minispiele, z. B. könnt ihr kleine, knuffige Roboter aus eurem Controller hüpfen lassen, die dann in eurem Wohnzimmer umhertoben und mit denen ihr auch interagieren könnt. Einige Zeit lang sind die Minispiele ganz lustig, dann hat man aber auch alles gesehen und es kommt etwas Langeweile auf. Playroom ist klar für Familien mit Kindern oder für Partys gedacht.
Außerhalb von Playroom kann die Kamera Sprachbefehle zur Steuerung der PS4 entgegennehmen, ähnlich wie Kinect. Doch das ist eher als Gimmick anzusehen und funktioniert nicht ganz so gut wie bei Kinect. Das Hauptaugenmerk liegt auf den visuellen Funktionen wie Augmented Reality. Mehr lässt sich zur Kamera erst sagen, wenn kommende Spiele diese richtig einbinden.

 Das Interface

playstation_interface 

Das Menü der PS4 unterscheidet sich deutlich von dem der PS3. Installierte Spiele und sonstige Apps werden standardmäßig mit großen Symbolen im Vordergrund angezeigt, durch die man seitwärts scrollen kann. Andere Dinge wie der Store, die Freundesliste, Trophäen und Einstellungen werden als horizontales Menü ausgeklappt, wenn man nach oben drückt. Es ist also alles sehr aufgeräumt und selbsterklärend. Dummerweise kann man bisher seinen PSN-Avatar an der PS4 nicht ändern, das geht nur über die PS3.

Fazit

Die PlayStation 4 liefert, was von Sony versprochen wurde. Sie ist die Konsole für Core-Gamer und stellt einen großen Fortschritt gegenüber der PS3 dar. Statt dem komplizierten Cell-Prozessor der PS3 steckt nun ein entwicklerfreundlicher AMD-Prozessor drin, das neue gelungene Gamepad bietet keine Angriffsfläche für Kritik mehr und das Design ist leicht futuristisch. Wer kein Kinect braucht, bezahlt hier 100 Euro weniger und bekommt sogar noch bessere Hardware als bei der Xbox One. Musik-CDs lassen sich komischerweise nicht abspielen, das wird aber womöglich noch mit einem Patch geändert. Die bisherige Auswahl an Exklusivtiteln ist zwar noch bescheiden, jedoch hatte die PS3 die besten Exklusivtitel überhaupt. Sony wird diese Überlegenheit also sicherlich bei der PS4 fortsetzen wollen.

[checklist]

  • tolles Design
  • die beste Hardware aller Konsolen
  • platzsparend
  • sehr gutes Gamepad, das diesmal mühelos mit Microsoft konkurrieren kann
  • Spiele sind während der Installation schon spielbar
  • Preis
  • kommende Exklusivtitel

[/checklist]

[badlist]

  • relativ starke Hitzeentwicklung
  • schlechte Akkulaufzeit des Gamepads
  • bisherige Exklusivtitel mittelmäßig

[/badlist]

Meinung m4rkm4n:

Ich hätte mich auch ohne Microsofts PR-Desaster für die PS4 entschieden. PlayStation hat bei mir seit der Kindheit Tradition und ich will eine Konsole ohnehin nur zum Zocken und evtl. zum DVDs/Blu-rays Schauen verwenden. Ich war dann beim Auspacken wirklich überrascht, wie klein sie doch ist. Leider hat die PS4 (wie auch die Xbox One) keinen analogen A/V-Ausgang mehr (sondern SPDIF), weshalb ich meine analogen Boxen nur mithilfe eines A/D-Wandlers anschließen konnte, welcher wiederum nochmal extra Strom braucht. Nervig, aber weiter nicht schlimm. Sony scheint noch viel mit der PS4 vorzuhaben und ich freu mich drauf!

Meinung DG:

Ich bin jeweils zum Release in Genuss beider Konsolen gekommen. Die PS4 ist sogar vor dem offiziellen Release bei mir aufgeschlagen. Mittlerweile habe ich alle Features ausprobiert, hatte auch schon Höhen und Tiefen mit Sonys neuer Konsole. Einen Vergleich mit der Xbox One möchte ich hier natürlich nicht bringen, da ich mittlerweile relativ unbefangen bin und beide ihre Vorzüge haben. Aber wie im Test schon beschrieben, sind wir mehr auf Sonys Konsole ausgerichtet, nicht zuletzt weil wir von der Presse hier bevorzugt untersützt werden, sondern auch weil sie uns alle privat Sony einfach mehr taugt (jedem das seine eben, oder?).
Nun, spielerisch bin ich total überzeugt von der PlayStation 4. Alles geht flott von der Hand, man kommt schnell vom Menü aus ins Spiel und zurück. Trophäen Synchronisation geht schneller, das Menü allgemein ist übersichtlicher und schicker, alles scheint auf dem ersten Blick grandios zu sein. Allerdings gibt es viele Punkte die mich stören: Das Gamepad ist für mich der schlimmste Punkt. Es liegt wirklich super in der Hand und bringt somit einen erhöhten Spielspaß, allerdings ist der Akku eine Katastrophe. Kaum hat man mal wenige Stunden gespielt kommt eine Meldung dass der Akku leer ist. Das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zumutbar! Weiterhin muss ich mich ärgern, warum Sony in vielerlei Hinsicht einen Rückschritt gemacht hat: Bluetooth Headset können derzeit nicht genutzt werden, da Sony die Funktion blockiert. Somit werden – wie ich – viele Turtle Beach User auf das PS4 Chat Kabel zurückgreifen müssen, welches zunächst nur in Amerika erhältlich ist (mein Tipp: Ebay). Dann höre ich trotz des Kabels immer wieder mal meine Stimme doppelt..
Weiterhin ist es mir ein Rätsel, warum man viele „normale“ Funktionen nicht mehr vorfindet. Warum kann ich nicht einstellen, dass ich eine Benachrichtigung erhalte, wenn Freunde online oder offline gehen. Das gibt es bei der PS3 – was ist daran so schwer das beizubehalten? Ferner kann ich nicht sehen, wann Freund X das letzte mal online war. Auch das ist nicht sauber gelöst. Klar, es kommen noch Updates, aber so etwas „einfaches, normales“ erwarte ich zum Start einer Konsole in dem Format schon!
Die neue PS4 Kamera ist auch ganz nett, aber da muss man einfach noch abwarten wie sich das Ganze entwickelt. Bisher ist man zu Eingeschränkt als dass man hier schon Feedback geben kann. Die Sprachfunktion funktioniert bei mir nicht immer sauber. Wenn man sowas einbaut, dann muss man es auch ordentlich machen -> siehe Xbox!
Unterm Strich aber bin ich sehr zufrieden. Wenn jetzt noch Skype hinzukommt und man während dem Zocken mit seinen Freunden reden kann, bin ich sehr zufrieden damit. Ferner bin ich sehr gespannt, was uns noch alles erwartet. Dass es klasse Games geben wird ist jetzt schon klar: The Order, Uncharted und The Witcher – ich freue mich!



PlayStation 4
3.83 (76.52%) 23 Bewertungen

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