News & Rumors: 29. March 2014,

Castlevania: Lords Of Shadow 2 im Test

Schon ein Weilchen her, dass ich mit viel Begeisterung Castlevania: Lords Of Shadow für die Playstation 3 angezockt habe. Damals war es das erste Remake der legendären Castlevania-Reihe für NextGen Konsolen. Zwischendurch gab es mit “Mirror of Fate” einen PSP-Titel, der war so “naja”. Jetzt halte ich Lords Of Shadows 2 in der Hand und habe große Erwartungen. Ob sich Konamis neues Werk bewährt, erfahrt ihr im Review.

Ein neues Zeitalter ist angebrochen: die Blutreihe der Belmonts scheint zu enden, denn Gabriel hat sich in Dracula höchstpersönlich verwandelt. Lords Of Shadow 2 beginnt dort, wo der erste Teil endete: mit einem Belmont als der Fürst der Dunkelheit, der von Zobek in unserer modernen Welt geweckt wird. Gabriel oder Dracula oder wie auch immer wir unseren Protagonisten jetzt nennen sollen, hat die Mission, Satan erneut davon abzuhalten, die Welt zu vernichten. Wir sind also der Gute, aber auch gleichzeitig der Böse, denn ständig ist uns die Bruderschaft des Lichts im Namen Gottes auf den Versen, um uns bei unserer Weltrettungsaktion aufzuhalten. Naja, es gibt nunmal nicht immer nur schwarz oder weiß…

Gameplay

Das selbe wie vorher. Und zwar ziemlich genau. Das Hack n Slash Prinzip mit allerlei Klettereinlagen, das so typisch für Action Adventure a la God Of War ist, brauche ich kaum näher zu erklären. Gabriel (ich nenne ihn jetzt einfach so!) kämpft immernoch mit seiner coolen Kruzifix-Peitsche und den zwei Spezialwaffen Leeres Schwert und Chaoskrallen. Es gibt ein paar schicke alte aber auch neue Kombos und Angriffe, doch im wesentlichen geht es darum, sich durch die Level zu hangeln und den Gegnerscharen ordentlich eins drauf zu geben. Rätseleinlagen wie im letzten Lords Of Shadow gibt es weniger und die, die es gibt, sind auch weniger schwer. Neu ist ein kleiner Stealth-Modus, den ich zuletzt bei Dishonored gesehen habe. Gabriel kann sich jetzt an bestimmten Stellen in einen Schwarm Ratten verwandeln. So kann man dann unbemerkt an dämonischen Wachen vorbeihuschen, die ziemlich große Wummen tragen und vorerst nicht zu besiegen sind. Dazu bekommt man auch gar nicht die Möglichkeit, denn in den Arealen, in denen man die Wachen zu umgehen hat, schaltet das Spiel einfach mal eure Kampffähigkeiten aus! Habt ihr euch als Ratte durchgeschummelt, müsst ihr meistens den Körper einer Wache oder einer anderen Person infiltrieren. Diese kleinen Einlagen sind vielleicht nett gedacht, bringen aber den Spielfluss nicht wirklich in Gang. Man ist meistens froh, wenn man wieder metzeln kann!

Quicktime Events…

Sie stehen bei Gamern immer in der Kritik, aber die Produzenten wollen sie trotzdem: Quicktime-Events. Bei Lords Of Shadows waren das meistens die finalen Hiebe bei Endbossen und man musste im richtigen Augenblick den richtigen Knopf drücken. Hin und wieder war das fast schon nicht ganz so schrecklich leicht. Im zweiten Teil allerdings hat man da nochmal einen Schritt zurück getan. Die Quicktime Events sind nicht nur häufiger, sonder noch viel einfacher. Meist ist die Wahl des Knopfes sogar egal. Das sinnloseste QTE des Spiels: Eine Kurbel um eine Tür zu öffnen. Während Gabriel fleißig dreht, steuert ihr das, indem ihr vier mal im selben Augenblick einen beliebige Taste betätigt. Ich kann in Worten kaum beschreiben, wie trivial dumm das ist. Ehrlich. Setzen, Sechs.

Ein Vampir auf dem Asphalt

Ich war sehr froh, dass sich die Vermutung, die man am Schluss von Lords Of Shadow hat, bestätigt und der zweite Teil in unserer Zeit spielt. Auf aspahltierten Straßen prügelt ihr euch zwischen Autos und Neonlichtern mit fiesen Dämonen, die sich manchmal statt dem altmodischen Schwert auch mal einer Knarre bedienen. Diese Mischung erinnert mich an Darksiders und funktioniert ganz gut. Gabriel ist wie ein Fremdkörper in der modernen Welt und die Diener der Finsternis verstecken sich in Chemielaboren und Waffenkonzernen. Cool.

Wo ist der Reiz?

Lords Of Shadow 2 macht wieder vieles richtig: schöne Grafik (wenn auch nicht High-End), eine gute Story und ein paar schöne Level. Aber wo bitte bleibt der Reiz am spielen eigentlich? Die Gegner sind genial einfach und das Spiel verrät einem auch über das Tutorial hinaus immer, was zu tun ist. Klettereinlagen sind gekennzeichnet durch einen Fledermausschwarm, wenn eure Elementarkräfte zum Einsatz kommen müssen, wird auch das immer mehr als deutlich angezeigt. Der Spieler sitzt eigentlich nur vor der Konsole, um in diesem oder jenem Moment “X” zu drücken, wenn das Spiel es einem sagt. Das ist natürlich eine große Übertreibung, aber ich komme mir ein wenig dumm vor, wenn ich mal nichts selber herausfinden darf. Dazu kommen die sehr schlauchförmig aufgebauten Level. Mit sogenannten Kartenräumen wechselt ihr zwischen besuchten Arealen hin und her und ihr könnt immer von der realen Außenwelt in euer Schloss zurück kehren, um dort einzukaufen oder ein paar Geheimnisse zu entdecken. Aber sonst schickt euch das Spiel bloß von einer Map in die nächste. Oft ist gar nicht so genau ersichtlich in was für einer Art Welt ihr euch befindet. Von der Stadt aus gelangt ihr zu den verschiedenen Leveln, aber dort geht es dann oft in düstere Schlosskerker, paradisische Gärten oder ein Puppentheater weiter. Ein wenig mehr Freiheit hätte ich mir da schon gewünscht. Das Spiel verläuft sehr linear und das macht einiges kaputt.

Fazit

Naja. Das Drumherum ist zwar sehr hübsch, aber die Entwickler scheinen sich nicht sehr große Mühe gegeben zu haben, ein durchdachtes Adventure rauszubringen. Stattdessen ist alles sehr banal, vorhersehbar und einfach gestrickt. Das Spielen macht Spaß, so lange es dauert, aber am Ende hat man nicht diesen “Wow”-Effekt, sondern es bleibt einem nur ein müdes “Aha” übrig.



Castlevania: Lords Of Shadow 2 im Test
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