Empire: 23. August 2017,

Webdesign und Copyright – Augen auf bei der Verwendung von (Stock-) Fotos

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Im Internet gibt es traditionell viele Informationen, meist in Textform. Da das ein wenig langweilig ist, werden die Webseiten mit Bildern illustriert, dann gibt es auch etwas für das Auge und komplizierte Zusammenhänge sind leichter verständlich. Aber auch im Internet gilt das Urheberrecht und deshalb muss besonders darauf geachtet werden, dass die verwendeten Bilder auch verwendet werden dürfen.

Das Urheberrecht und das Internet

„Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ – das hört man häufig, besonders von Politikern, obwohl gerade die es besser wissen sollten. Einerseits ist das Internet kein „Raum“ und andererseits gelten die Gesetze auch im Worldwide Web. Das Urheberrecht macht da keine Ausnahme, wobei es hier mitunter ein bisschen schwierig werden kann. Denn das Recht kann verschiedene Auswüchse annehmen, so ist es in den USA beispielsweise möglich, sämtliche Rechte abzugeben, während man in Deutschland immer der Urheber bleibt und als solcher auch immer das Recht hat, Nutzungsbedingungen zu ändern.

Gerade Fotos sind hier im Internet gerne mal ein Problem. Denn es gibt zwar viele Plattformen, auf denen man Stock-Fotos kaufen oder herunterladen kann, aber das bedeutet nicht, dass sie frei verwendbar sind. Oftmals wird dennoch eine Namensnennung verlangt, meistens dürfen die Bilder nicht modifiziert werden und das sind schon zwei Spielregeln, die nicht selten stark einschränkend wirken – selbst dann, wenn es zunächst nicht danach aussieht.

Was ist wirklich frei?

Wer auf der Suche nach Fotos für die Webseite ist, sollte die Augen nach Creative-Commons-Bildern aufhalten. Sie haben sich vor Gerichten schon bewiesen und sind relativ frei verwendbar. Die genauen Spielregeln sind kurz und verständlich. Häufig wird eine Namensnennung verlangt, das Bild darf nicht verändert werden oder muss unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Es kann auch eine Kombination aus den Regeln geben. Sehr interessant sind Bilder, die nach „CC0“ lizenziert sind: Hier verzichtet der Urheber ausdrücklich auf seine Rechte und stellt das Foto der Allgemeinheit für alle Zwecke zur Verfügung. Das ist, was dem englischen „Public Domain“ am nächsten kommt. Meist heißt es bei CC0-lizenzierten Bildern, dass eine Quellenangabe nicht notwendig, aber gerne gesehen wird.

Eine Alternative, die in den meisten Fällen aber nicht zweckmäßig ist, ist das Knipsen eigener Fotos, da man an ihnen ganz sicher alle Rechte hat. Hierbei stellt sich nur das Problem, dass nicht unbedingt alle Motive zur Verfügung stehen.

Da sollen sich andere drum kümmern

Auf der anderen Seite gibt es durchaus Dienste, die dabei helfen, eine Webseite zu illustrieren und sich dabei wenigstens urheberrechtlich auf sicherem Boden zu bewegen. Der Homepage-Baukasten Wix lässt beispielsweise auf einfache Weise eine Homepage erstellen und bietet dabei einen Stock-Foto-Service an. Jeder, der sich dafür entscheidet, den Dienst zu verwenden, kann aus einer großen Auswahl von Fotos diejenigen auf die Webseite einbauen, die der Illustration dienen und so für Abwechslung sorgen. Die Bilder können auf diese Weise als Hintergrund genutzt werden oder neben dem Text, als Aufmacher oder für Erklärungen. Indem Wix derlei Fotos anbietet und auch zur Verwendung freigibt, kann man sich in gewisser Weise aus der Haftung ziehen, wenn es darum geht, dass jemand seine Rechte geltend machen möchte. Laut gängiger Rechtsprechung hat der Anbieter dafür zu sorgen, dass die angebotenen Bilder tatsächlich für den Zweck zu verwenden sind, obgleich der Webmaster zunächst der Ansprechpartner ist.

Allerdings handelt es sich dabei auch nur um eine Option. Wem die Bilder von Wix nicht zusagen, der kann auch eigene verwenden. Der Upload und die Einbindung ist ebenfalls sehr einfach und auch von Laien durchführbar. In dem Fall muss sich der Webmaster allerdings wieder selbst vergewissern, dass mit den Rechten alles in Ordnung ist. Im Zweifelsfall sollten Bilder immer mit einer Quellenangabe eingebunden werden, um unnötigen Ärger zu vermeiden. Glücklicherweise halten es die meisten Urheber damit, zunächst eine E-Mail zu versenden, bevor der Rechtsweg eingeschlagen wird. Übrigens sollte man bei den Bildern – und da kommen wir zu dem Vorteil fertiger Dienste wie bei Wix – darauf geachtet werden, dass es verschiedene Bildschirmauflösungen gibt und mittlerweile auch auf dem Desktop „High-DPI“ ein Thema ist. Deshalb sollten die Bilder eine möglichst gute Auflösung haben, was bei Stock-Fotos, auch bei jenen von Wix, in der Regel gegeben ist.

Flaches Design wird immer beliebter

Aber das Webdesign entwickelt sich weiter. Der Trend geht inzwischen wieder mehr zu „flachen“ Designs ohne viel Schnickschnack. Das schließt zwar die Verwendung von Bildern nicht grundsätzlich aus, aber dämmt ihre Verwendung deutlich ein. Vor allem als Design-Element verlieren Bilder hier ihre Daseinsberechtigung – zumindest solange, bis sich die Mode wieder umkehrt.

Statt der übermäßigen Verwendung von Bildern zeichnen sich flache Designs durch feste Farben und klare Strukturen aus. Das Design ist hier eher die Aufteilung und die Typografie als grafische Elemente. Das hat natürlich ebenfalls Vorteile: So können die Ladezeiten kurz gehalten werden, es ist einfacher ein Responsive Design zu erstellen und das Auge ist weniger vom Text abgelenkt. Aber genau das kann auch als langweilig empfunden werden.



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