Empire: 30. September 2017,

1 MBit/s, StreamOn und Vodafone Pass: Wie Mobilfunkbetreiber Nutzer zu ihren All-Net-Flats locken wollen

iPhone X, Bild: Apple
iPhone X, Bild: Apple

Bei Hinz und Kunz gibt es mittlerweile All-Net-Flatrates für das Smartphone. Darunter versteht man im Wortsinne eine Flatrate, also einen Pauschalpreis für das Telefonieren in alle deutschen Netze sowie das Festnetz – allerdings ist auch ein Datenpaket dabei für das mobile Surfen. Die großen der Branche versuchen nun mit neuen Mitteln, die Nutzer zu halten oder sogar zu gewinnen, denn sie haben ein gewisses Luxusproblem.

Von den Discountern in die Ecke gedrängt

Wenn man bei den Mobilfunkdiscountern wie Congstar oder Blau teilweise mehr Traffic bekommt als bei Telekom, Vodafone oder o2, warum genau sollte man dann so viel mehr Geld dafür ausgeben? Das verstehen viele Nutzer nicht und das auch vollkommen zurecht. Netzunterschiede hin oder her – es gibt ein paar Einschränkungen, beispielsweise bekommt man Telekom-LTE nur bei der Telekom selbst und nicht bei den OEMs. Aber das EDGE- und UMTS-Netz ist weit genug ausgebaut, dass man damit leben kann. UMTS bietet bis zu 20 oder gar 40 MBit/s, das ist etwa genauso viel wie mit LTE in den meisten Fällen (von LTE-Spezialitäten wie geringere Latenz einmal abgesehen).

Mobilfunkbetreiber versuchen es mit Leckerlis

Die Mobilfunkbetreiber versuchen stattdessen mit Zusatzfunktionen zu punkten. Das können Smartphones im Bundle sein, aber auch Netzfunktionen finden sich immer häufiger in den Angeboten. Angefangen hat etwa o2 mit den o2 Free Tarifen. Diese kommen mit einem bestimmten Volumen, aber danach geht es mit immerhin 1 MBit/s unbegrenzt weiter, was zum Surfen okay ist und für Musik-Streaming ausreicht.

Einen anderen Weg ging die Telekom mit StreamOn. Es handelt sich dabei um eine Tarifoption, die nichts kostet und dem Nutzer erlaubt, bestimmte Dienste ohne Anrechnung auf den mobilen Traffic zu nutzen. Dabei werden Videostreams auf etwa 480p reduziert (Bandbreite wird gedrosselt). Magenta-Eins-Kunden, die auch DSL bei der Telekom haben, bekommen StreamOn sogar ohne Tempolimit. Das kommt nicht ganz ohne eine Kontroverse, denn Netzaktivisten, die Konkurrenz und die Bundesnetzagentur sehen die Netzneutralität gefährdet.

Das hielt Vodafone aber nicht davon ab, den Vodafone Pass anzukündigen. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um dasselbe Angebot, mit dem Unterschied, dass es differenzierter ist, weitere Dienste (außer Audio- und Videostreaming) abdeckt und Geld kosten wird. Vodafone Streaming soll ab Ende Oktober verfügbar werden.

Wer’s braucht…

Die Frage ist dabei natürlich, wie sehr man im mobilen Internet lebt. Für die meisten Nutzer dürften ein bis zwei Gigabyte an Traffic mehr als ausreichen – wenn man nicht gerade außerhalb von WLAN-Netzen Videos schaut, hält sich das Traffic-Aufkommen in den meisten Fällen in Grenzen. Interessant werden die vermeintlich teuren Tarife dann, wenn zum Beispiel ein Smartphone direkt mitgebucht werden soll, wenn LTE wirklich benötigt wird oder die erhöhte, reduzierte Surfgeschwindigkeit oder das Streamen von Inhalten unterwegs eine große Rolle spielt.



1 MBit/s, StreamOn und Vodafone Pass: Wie Mobilfunkbetreiber Nutzer zu ihren All-Net-Flats locken wollen
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