Empire: 22. October 2017,

Sparen mit gebrauchter Software?

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Während der Trend immer stärker zu Software-Abos geht, steht dem gegenüber eine gewisse Diskrepanz, was die Notwendigkeit von Updates angeht. Denn nur in ganz seltenen Fällen nutzt man wirklich alle Features und dann würde auch eine ältere Version genügen. Kann man also Geld sparen, wenn man “gebrauchte” Software verwendet? Und ist das legal?

Ältere Software

Der Grundsatz gilt eigentlich weiterhin und mehr denn je: Ältere Software sollte schon einmal ob möglicher Sicherheitslücken nicht verwendet werden. Das kann man 1:1 auf Browser, deren Addons und Betriebssysteme anwenden. Aber das ist nicht unbedingt der Fall für jede Software. So gibt es zahllose Anwendungsprogramme, die mit dem Internet oder Daten aus fremden Quellen nichts am Hut haben. Bei ihnen lohnt sich ein zweiter Blick, ob sich mit gebrauchten Programmen nicht eine signifikante Menge an Geld sparen lässt.

Klassische Beispiele sind etwa Bildbearbeitungsprogramme oder Videoschnittsoftware, die traditionell ziemlich teuer ist. Firmen wie Adobe sind zudem dazu übergegangen, ihre Programme nur noch im Abonnement zu verkaufen: Der Nutzer erhält dann stets die aktuelle Version, muss aber monatlich dafür zahlen (oder mit jährlicher Abrechnung). Das kann sich lohnen, für die meisten Nutzer ist das aber nicht erforderlich, da ohnehin nur ganz wenige Funktionen verwendet werden. Dazu kommt, dass Entwickler von Betriebssystemen viel Arbeit investieren, um die Kompatibilität zu wahren, Microsoft ist dabei noch ehrgeiziger als zum Beispiel Apple.

Software aus zweiter Hand

Was im Alltag völlig normal ist, nämlich Gebrauchte Waren zu kaufen (z.B. Autos), das muss doch auch bei Software gehen. Doch ist das überhaupt legal? Laut gängiger Rechtsprechung ist es völlig in Ordnung, Software-Lizenzen weiterzuverkaufen. Dabei muss nur darauf geachtet werden, dass Datenträger und Lizenz-Schlüssel nicht losgelöst voneinander verkauft werden. Aber prinzipiell ist der Weiterverkauf von Software kein Problem. Schon vor vielen Jahren wurde sogar der Verkauf von OEM-Software (ohne Hardware) als legal festgestellt, obwohl das ganz und gar nicht im Interesse der Hersteller ist.

Wer sich dafür entscheidet, gebrauchte Software einzusetzen, sollte sich lediglich darauf gefasst machen, unter Umständen nicht die aktuellste Version zu erhalten. Das liegt oftmals daran, dass es aufgrund von Abo-Modellen gar nicht möglich ist oder dass es sich preislich kaum lohnt, die aktuelle Version gebraucht zu kaufen.

Stattdessen gibt es meist die Vorgängerversion oder gar noch älter. Aber wie schon erwähnt, ist das bei den meisten teuren Anwendungsprogrammen kein zu großes Problem: Die Änderungen belaufen sich zwischen den Versionen oftmals auf Kleinigkeiten oder Funktionen, die man mit größerer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht nutzen würde und deshalb vermutlich auch nicht vermisst. Darüber hinaus ist das Risiko, sich Schadsoftware einzufangen, meistens gering. Denn Software, die direkt mit externen Quellen kommuniziert, ist meist ohnehin kostenlos. Das betrifft primär Betriebssysteme (Windows 10 oder macOS, sie werden lange mit Updates versorgt oder sind wie bei Apple sogar kostenlos) oder Browser.



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