Tomb Raider

Redaktion Macnotes, den 8. März 2013
Tomb Raider
Tomb Raider: Lara klettert

Lara Croft ist endlich wieder zurück! Dieses Mal erwartet uns keine schlechte Fortsetzung oder einfach ein mangelhafter Ableger, dieses Mal erhalten wir einen kompletten Reboot der Serie. Bereits vorab durch das gezeigte Material des Publishers Square Enix haben wir einen sehr guten Eindruck vom Spiel gewonnen! Wenn man mal bedenkt, dass die ersten Tomb Raider Teile für die alten Konsolen wirklich sehr gut waren, aber die Fortsetzungen immer schlechter wurden, musste innerhalb der Serie dringend etwas passieren. Schließlich ist Lara Croft nach wie vor eine der beliebtesten und prägendsten Videospiel Helden aller Zeiten! Wir konnten Titel bereits knapp eine Woche vor Release spielen und haben wirklich alles gesehen! Ob der Reboot erfolgreich war, oder ob man weiterhin schlechte Qualität in Sachen Tomb Raider geliefert hat, erfährt ihr in unseren Test!

Eine Insel mit vielen Gefahren

Lara ist gemeinsam mit ihrer Crew auf dem Weg zu einer geheimnisvollen Insel. Man kann wohl getrost sagen, dass sie dort ankommen werden, allerdings entgehen sie nur knapp dem Tod. Durch einen „kleinen Unfall“ wird die Crew an Land gespült und ist im Verlaufe der Story auf der ganzen Insel verteilt. Hauptsächlich geht es darum, alle und vor allem auch neue Personen aufzufinden und das ein oder andere Rätsel der Insel zu knacken. Dabei ist Lara anfangs alles andere als eine harte Nuss, wie man es vielleicht noch von den anderen Teilen kennt. Stattdessen lernen wir eine sehr junge und hübsche Lara kennen, die offensichtlich noch keine Erfahrungen gesammelt hat. Dementsprechend verletzend und verängstigt machten wir uns auf den Weg die Insel zu erkunden. Sobald wir am Anfang von den unbekannten Gestalten entkommen können lernen wir Schritt für Schritt, wie das neue Tomb Raider funktioniert. So bahnen wir uns mit einer Fackel in der Hand den Weg durch ein kleines Höhlensystem, lösen schon die ersten kleinen Rätsel, bis wir schließlich den Blick auf die schöne große Insel schweifen lassen können. An dieser Stelle muss man ganz klar erwähnen, dass das Spiel hinreißend gut aussieht und wirklich förmlich einlädt, die Insel zu erkunden. Gesagt getan, so befinden wir uns schon direkt am ersten Lagerfeuer. Lara hat Hunger, hat keine Waffe und ist irgendwo gestrandet, was also tun? Richtig, erst mal einen ordentlichen Happen zu Essen besorgen und das ist wohl in dieser wilden Umgebung kein Problem, oder? Also kurzerhand einen Bogen entdeckt und schon machen wir uns auf die Jagd nach wilden Tieren. Neben Hirsche bzw. Rehe machen auch Kaninchen und Vögel hier ihre Runden. Leise anpirschen, Bogen spannend und SCHUSS. Habt ihr getroffen? Wenn ja, dann „plündern“ wir die Tiere, erhalten reichlich an Erfahrung und natürlich was zu essen. Roh wollen wir das nicht, also geht’s zurück an das Lagerfeuer. So nimmt die Story langsam ihren Lauf. Ihr erkundet Stück für Stück die neue Insel, jagt wilde Tiere und erhaltet somit Erfahrungspunkte, zu denen wir später nochmal kommen. Natürlich ist Tomb Raider alles andere als eine Jagt Simulation, allerdings ist das eine wirklich schöne und gut funktionierende Dreingabe. Später reißt ihr natürlich von Ort zu Ort, ballert irgendwelchen bösen Jungs den Schädel weg und löst so manch kleine Rätsel und vor allem findet viele Schätze! Wer das Spiel 100%ig beenden möchte, der wahrlich sehr viel zu tun. Überall liegen Schätze verstreut, neue Herausforderungen und versteckte Gräber gehören ebenso zur Tagesordnung.

Der Weg von der verletzlichen Lara zur Killermaschine

Wie oben bereits angedeutet beginnt das Abenteuer neu und als junge, unerfahrene Lara Croft. Während sie am Anfang tatsächlich viel durchmachen muss und viele Verletzungen zu sich sieht und auch entsprechend vor Schmerzen schreit, geht der Wandel zu knallharten Killermaschine aus meine Augen zu schnell. Anfangs traut sie sich nicht richtig das erledigte Reh auszunehmen bzw. gar zu töten, schon eine kurze Zeit später wird auf die Leute reingeballert als wäre sie eine ausgebildete Killermaschine. Aus diesem Grund nehme ich ihr dieses unschuldige einfach nicht ab.

So wird schon angedeutet, dass im neuen Lara Croft Abenteuer sehr viel geballert wird. Während die ersten Teile mehr auf das Rätselhafte und viele Klettereinlagen setzte, ist man hier mit sehr viel Action und Krach bedient. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass im neuen Tomb Raider einfach „das Tomb Raider“ fehlt. Keine Frage, das Spiel hat mich derart gefesselt und tut es auch nach dem durchspielen immer noch, es ist sogar eines der besten Abenteuer der letzten Zeit, aber ich finde zu den Namen Tomb Raider muss auch Tomb Raider drinnen sein. Man hätte sicherlich mehr Rätsel- und Kletterelemente einbauen können, so ist es einfach nur von Platz u Platz huschen, ein bisschen klettern und dann richtig groß Ballern.
Waffenmäßig ist der Bogen wirklich großartig gelungen. Es macht einfach tierisch spaß, damit Wachen oder Tiere zu erlegen. Für ersteres ist es sogar überaus praktisch, da ihr so eure Feinde leise ausschalten könnt. Später erhält man noch die Möglichkeit brennende Pfeile auszurüsten, um die Gegner mit anderen Kniffen auszuschalten. Möglichkeiten zum Töten und austricksen gibt es mit den Waffen wirklich genügend, was sehr erfreulich ist. Dies hebt das Ganze auch von Uncharted deutlich ab. Wieso ich jetzt mit Uncharted vergleiche? Nun ja, streng genommen ist das neue Abenteuer rund um Lara Croft ein Uncharted mit besseren Gameplay Elementen. Dies ist aus meiner Sicht auch keine Geschmacksache, denn so bietet Tomb Raider auch die Möglichkeit Erfahrungspunkte zu sammeln und neue Fähigkeiten freizuschalten. Wenn ihr also jedes Mal ein Lagerfeuer besucht, könnt ihr entweder eure Waffen verbessern, oder eure Fähigkeiten wie besseres Plündern, mehr Rüstung oder ähnliches freischalten. So habt ihr abseits der Action und der Klettereinlagen auch genügend Möglichkeiten, euch selbst zu pimpen.

Technik

Tomb Raider sieht wirklich klasse aus. Die Inselumgebungen bis hin zu den Charakteren ist einfach unglaublich genial gemacht! Ab und an sieht man zwar unscharfe Texturen, aber selbst das ist nur eine Kleinigkeit. Die deutsche Stimme von Lara wird von Nora Tschirner synchronisiert. Square Enix macht sogar große Werbung daraus, allerdings gefällt mir persönlich die Stimme gar nicht zu Lara, ich finde sie einfach unpassend. Gerade wenn für Filmkenner von Keinohrhasen dürfte die Stimme bekannt sein. Klar, es ist Geschmacksache, aber ich finde sie nicht gut gesprochen und unpassend für Lara Croft! Was mich aber wirklich beunruhigte ist die Tatsache, dass ich beim ersten Anlauf der Kampagne (kurz gegen Ende des Spiels) meinen Speicherstand verloren habe. Das Spiel wollte via Auto-Save sichern und hat sich aufgehangen. Schwupp war es nicht mehr möglich von diesem Speicherstand aus zu starten. Bei der Wertung werde ich das jetzt nicht mitzählen, weil ich derzeit nicht weiß, ob es an meiner PlayStation oder tatsächlich am Spiel gelegen ist. Allerdings werden wir das beobachten und sollte sich herausstellen, dass dies ein fieser Bug ist, werden wir uns es nicht nehmen lassen die Wertung zu korrigieren. Es war mehr als ärgerlich kurz vorm Ende des Spiels ALLES nochmal neu machen zu müssen. Abgesehen davon vermuten wir, dass ohnehin bald Patches folgen und hoffentlich sowas jedem erspart bleibt!

Multiplayer

Zum ersten Mal in der Serie wartet auch ein Multiplayer Modus auf uns. Dieser ist in etwa auch vergleichbar mit Uncharted. In bekannten Spielmodi kämpft ihr also Team gegen Team und knallt euch gegenseitig die Rübe voll. Anders als bei vielen Spielen sind hier die Karten sehr interaktiv gestaltet. So fahren mal kleinere Seilbahnen rum oder ihr löst irgendwelche Schalter aus, die eure Gegner verraten können. Natürlich hat auch dieser Multiplayer Modus verschiedene anpassbare Klassen, neue Gegenstände und Waffen schaltet ihr durch Erfahrungspunkte frei. Ich persönlich bin jetzt nicht gerne im Multiplayer Modus Unterwegs, da er aus meiner Sicht nicht ganz so gut ausbalanciert ist, allerdings finde ich es eine wirklich nette Dreingabe, dass es überhaupt einen gibt. Schön ist eben, dass der Single Player Modus überhaupt nicht darunter leiden musste!

Fazit

Es ist mehr das Tomb Raider, was wir kennen. Wenig Rätsel, keine großen und komplexen Klettereinlagen mehr, wo man Angst haben muss, dass man direkt runterfliegt. Aber das neue Tomb Raider überzeugt trotzdem mit einer sehr guten Story, nahezu perfekten Gameplay und mit einer sehr tollen Action, wo sich viele Serienverwandte ein Stück abschneiden dürfen. Das neue Tomb Raider hat es endlich wieder geschafft, uns zu fesseln. Ein wahnsinniges gutes Spiel mit nur sehr wenig Kritikpunkten. Wir blicken nun wieder sehr positiv in die Zukunft, wünschen uns nur noch wieder ein bisschen mehr Rätsel und Tomb Raider Feeling, dann ist das Spiel wirklich perfekt!


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Testergebnis

URS: 7,4 von 10
7,4